Band 32

 

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Sonne, Brot und Wein

Teil 2

Von Sardinien bis Portugal

Band 32

in der maritimen gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags"

Thomas Illés d.Ä.

 


Thomas Illés d. Ä.

erzählt in diesem Band 32 der

     Sonne, Brot und Wein     

Von Sardinien bis Portugal

 

 

Kapitel                                        Aus dem Inhalt:

51. Besuch in Rom       

52. Arbatax Cagliari auf Sardinien                     

53. Maschinenschaden             

54. Überwintern auf Sardinien                

58. 59. Heimaturlaub in der Schweiz                 

60. Zurück nach Sardinien                    

63. Thereses Knie wird operiert                         

66. Auto-Ausflug ins Landesinnere von Sardinien

70. Überfahrt von Sardinien nach Mahón auf Menorca     

71. Menorca und Alcudia auf Mallorca   

72. Alcudia im Nordosten Mallorcas      

74. Nordküste Mallorcas, Andraitx, nach Ibiza  und Formentera  

 75. Balearen adieu! - Auf zur Costa Blanca!                   

76. Unter der spanischen Festlandküste Kurs Südwest  

77. Überwintern in Aguadulce an der Costa del Sol                    

80. Andalusien                                    

81. Überwinterungsalltag an der Costa del Sol               

83. Christmas und feliz nuevo año unter südlicher Sonne

85. Überwinterungsalltag und belustigende Seglerkameradschaft 

86. Ausflug nach Granada         

88. Madridreise            

 

91. Wieder auf See in Richtung Gibraltar und Portugal    

93. Gibraltar                 

94. Um das Kap Trafalgar norwestwärts bis Höhe Cádiz             

95. Am Grenzfluss Rio Guadiana zwischen Spanien und Portugal           

99. Algarve - Vilamoura und Portimão                

100. Kap St. Vincent in Portugal, einst „Ende der Welt"              

101. Marina de Lagos und Waldbrand in Portugal           

                                                                                                                                                                              - kartoniert – schwarz-weiß bebildert - 278 Seiten

Fortsetzung des Textes aus Band 31

 

Nun warten wir einmal mehr auf guten Wind. Zum Glück ist hier die Liegegebühr erstaunlich billig...

... und fast eine Woche später warten wir immer noch, mittlerweile nicht mehr allein. Seit ein paar Tagen liegt eine Santorin neben uns (das ist die größere jüngere Schwester von unserer Amel Sharki) mit einem französischen Paar; sie wollen auch nach Monastir, auf einer etwas anderen Route zwar, aber den vorherrschenden Südost können sie auch nicht brauchen. Das ist gut für die Stimmung, Therese erträgt die Warterei schlecht, da bekommt sie nun moralische Unterstützung. Der Franzose spricht übrigens recht gut Deutsch, so kann ich auch hie und da einige Worte wechseln; Therese bestreitet aber den Löwenanteil an Konversation. Heute Morgen sagte ihr der Nachbar, dass die Fischer gegen zehn einlaufen, meistens kann man da frischen Fisch kaufen. Sie ging also hin, kam bald mit einem Plastikeimer zurück. „Stell dir vor“, erzählte sie, „ich wollte zwei kaufen, das ging ihm aber überhaupt nicht in den Kopf. Zwei gäbe man doch dem Kind, ein bisschen mehr müsse ich schon nehmen, sagte der Fischer.“ – So wurden es acht Stück. Der Franzose hat ihr sofort erklärt, wie sie am besten zubereitet werden sollten, nämlich im Ofen, mit viel Olivenöl, Zwie­beln, Tomaten und etwas Weißwein, plus natürlich Salz und Pfeffer.

So viele Wetterberichte waren noch nie gespeichert im PC. Täglich zwei in Textform und drei Wetterkarten. Das Seegebiet, das wir nächstens befahren müssen, wird vom Deutschen Wetterdienst nicht sehr gut abgedeckt, die Fünftage-Windprognose erwähnt nur die angrenzenden Gebiete, südlich von Sardinien gibt es nur im Zweitägigen, so nehme ich jeweils beide auf. Die Wetterkarte ist vor allem wichtig wegen eventuellen Fronten, aber auch zum besseren Verständnis des ganzen. Therese hört dazu noch zweimal täglich den italienischen auf dem Seefunkkanal 68. Es gibt also genug zu tun – wir sind aber froh um die guten Windprognosen. Wir rechnen bis Pantelleria mit etwa vierzig Stunden, das vorwiegend unter Maschine wäre nicht gerade schön – aber stärkeren Wind genau auf die Nase könnten wir noch weniger brauchen, Sturm schon gar nicht. Wenn man mal draußen ist, muss man es nehmen, wie es kommt, da lohnt es sich schon, ein paar Tage, notfalls sogar ein, zwei Wochen zu warten. In der letzten Nacht hat es übrigens etwas geregnet, jetzt am Mittag gibt es kaum Wind und es ist sommerlich warm, neunundzwanzig Grad.

 

53. Maschinenschaden

Am Freitag war es soweit. Die Prognosen versprachen brauchbaren Wind, weit und breit keine Sturmgefahr, wir hatten eingekauft und vorgekocht und alles richtig verstaut, warme Klamotten für die Nacht bereitgelegt, den GPS programmiert – und einiges mehr. 16:58 Uhr, Maschine an, Leinen los. Nach dem ersten Waypoint außerhalb des Hafens Kurs 128 Grad Richtung Pantelleria, rund zweihundert Meilen, vierzig Stunden. Der Wind schien ideal zum segeln – und dann ging der Presslufthammer los im Maschinenraum. Oder das Maschinengewehr. Oder – solche Sachen gibt es da nicht – sonst irgendetwas was auf gar keinem Fall hätte sein dürfen. Was zum Teufel... Gas weg. Maschinenraumdeckel auf. Gucken, horchen. Wir sahen nichts Ungewöhnliches und konnten die Ursache dieses hämmernden, klopfenden Geräusches nicht identifizieren.

Scheiß drauf! Wir setzen die Segel, stellen die Maschine ab und fahren durch nach Monastir! - Den Gedanken habe ich genau so schnell verworfen wie er kam. Im Zweifelsfalle tue man das Richtige. „Wir kehren um und fahren zurück in den Hafen.“ Therese, die sonst gerne über alles diskutiert, sagte zwar nicht „Ay ay Sir!“ aber irgendetwas, was dem recht nahe kam. Wenigstens in Krisensituationen gilt mein Wort noch etwas auf diesem verdammten Kahn – nur zu gern hätte ich auf diese Ehre verzichtet.

Es war Freitagabend – nicht die Zeit also, wo Handwerker scharf auf Aufträge sind. Massimo, der nette, hilfsbereite Hafenmeister rief den Mecanico zwar Samstag früh an, er sagte nicht einmal nein, sondern vielleicht. Was allerdings nicht nur in der Sprache der Diplomaten nein bedeutet...

Sonntag pilgerten wir auf den Markt. Hier hocken und Trübsal blasen hätte wohl keinen Sinn gehabt. Der Besuch auf dem Markt erwies sich zwar auch nicht sehr sinnvoll, er liegt in einer recht öden Gegend und ist auch sonst nicht so toll, wir haben uns aber wenigstens etwas bewegt. Am Nachmittag nahmen wir Fifi aus dem Wasser und unterzogen ihn einer gründlichen Reinigung; nötig hatte er sie. Und ab Montag nahmen wir die zweithäufigste Tätigkeit der meisten Langzeitsegler auf: warten auf die Meister. Dienstagmorgen kam er kurz, entschuldigte sich, dass er nicht früher konnte, hörte sich unsere Klage an und versprach, um halb vier wiederzukommen. Wir sollen dann bereit zum Auslaufen sein, er wolle sich dieses Klopfen in Fahrt anhören.

Mit nur zehn Minuten Verspätung – italienischer Landesrekord – kamen sie sogar zur zweit. Der Kollege schien noch erfahrener. Rausfahren mussten wir gar nicht, das Klopfen war diesmal schon im Leerlauf nicht zu überhören. Sie demontierten den Deckel des Ventiltriebes und sagten, ich solle die Maschine starten. Wenn sie meinen – ohne sie hätte ich mich nie getraut, das ohne Deckel zu machen. Nach längerem Suchen, ich musste mehrmals starten, abstellen, etwas Gas geben, nahmen sie an, der Fehler müsse irgendwo im Zylinderkopf liegen, was genau, könne man aber erst feststellen wenn dieser demontiert sei. Morgen Nachmittag soll die Operation stattfinden.

Am Zylinderkopf ist so ziemlich alles angeschlossen, was an so einer Maschine überhaupt angeschlossen werden kann: Ansaugrohre für die Verbrennungsluft, Auspuffkrümmer, Kühlwasser, Dieselölleitungen zu und von den Einspritzdüsen. Die Demontage wäre also auch an einem Auto in der Werkstatt mit ziemlich viel Arbeit verbunden, im engen Maschinenraum einer Segelyacht, wo kein Flaschenzug vorhanden ist, man sogar kaum Platz für beide Füße zum Stehen hat, war es noch viel schwieriger. Therese versorgte Tonino mit Mineralwasser, Putzlumpen, Zeitungspapier und guten Wor­ten, und am Ende eines langen Nachmittages schob er endlich einen Einkaufswagen voll Maschinenteile in Richtung seiner Werkstatt vom Steg.

Zwei Tage später kamen sie wieder zur zweit. Der Andere ist kein Kollege sondern der älteste Bruder, sechsundsiebzig Jahre alt, was wir ihm nie gegeben hätten, Tonino der jüngste, „nur“ achtundfünfzig. Es lag also nicht an jugendlicher Unerfahrenheit, dass sie im Zylinderkopf die eigentliche Ursache dieses hämmernden Geräusches nicht entdeckt hatten, der Kopf wäre wieder zusammengebaut, schadhafte Teile ersetzt. Nun soll die Maschine mit einem Kran rausgehoben werden, damit sie die im eingebauten Zustand nicht zugängliche Teile auch inspizieren können. Die Maschine zeige im Übrigen für eine neu revidierte sehr viele Verschleißerscheinungen. Ob uns Jean-Paul schlicht beschissen hat? Ob es am tunesischen Motorenöl lag, die wir ach so billig eingekauft haben? Schicksal? Pech?

Therese wird nun einmal mehr von Verarmungsängsten geplagt – und überlegt im gleichen Atemzug, ob wir nicht doch eine neue Maschine kaufen sollten. Ach, ist sie herrlich unlogisch, ich liebe sie!

23. Oktober; heute vor fünfundvierzig Jahren erhob sich das ungarische Volk gegen die Sowjetmacht. Es war ein schöner Herbsttag... Hier und jetzt ist es auch ein schöner Herbsttag, blauer Himmel, kaum Wind, wunderbare Fernsicht, wärmer sogar als damals in Budapest, kurze Hose und T-Shirt reichen noch. Noch – es könnte aber jeden Tag ändern, Herbststürme werden wahrscheinlicher und die Nächte ganz sicher länger, kälter, feuchter. Es sind die Tage, wo vernünftige Mittelmeersegler ihr Schiff definitiv für den Winter festmachen.

Der Zylinderkopf ist immer noch in der Werkstatt, der Rest der Maschine aber immer noch nicht. Sie ist zwar weitgehend für den Ausbau vorbereitet. Ihre elektrischen Eingeweide hängen aus der seitlichen Zugangsöffnung wie Organe eines schwerverletzten Science-Fiction-Wesens. Nun gilt es, auf das seltene Ereignis zu warten, wo der Mechaniker und der Kranführer gleichzeitig Zeit haben. Das zu koordinieren in einem Land, wo der Gebrauch von Uhr und Kalender nicht zum Lebensstil gehört, ist nicht ganz einfach.

Therese gibt in unregelmäßigen Abständen eine Art Italienischunterricht an Ginette und Philip, dem sympathischen englischen Seglerpaar, sie möchten, dass wir hier bleiben. Massimo bot uns von sich aus einen Platz an für die kommenden Monate. Kultur, Lebensart, Sprache, Umgangsformen sind uns tausend Meilen näher als die arabischen...

Hansjörg und Helen freuen sich schon auf das Wiedersehen in Monastir – wir auch. Einen Teil der Liegegebühr hatten wir dort schon bezahlt, ein zweites Mal können wir die Marinaleitung nicht auf nächstes Jahr vertrösten. Auch das Leben dort wäre billiger...

Wir überlegen hin und her. Falls wir einen Heimaturlaub machen würden, hätten wir wiederum von hier aus sicher bessere, verschiedene Möglichkeiten. Andererseits wären wir mit gutem Wind in zwei Tagen und Nächten in Monastir, es wäre eine schöne Strecke – wenn Neptun uns wohlgesinnt wäre.

Samstag gab es ein Fest vorne unter dem lustigen Zelt, das hier Büro, Clubgebäude und Aufenthaltsraum ersetzt. Es war gar nicht klar, wer eingeladen hat, das sieht man hier nicht so eng, es war aber ein schöner Abend. Mehr oder weniger integriert zu sein bei den Einheimischen – zumindest einheimischen Seglern – ist auch nicht zu verachten. Unsere Kontakte mit der tunesischen Bevölkerung haben sich strikt auf das rein Geschäftliche beschränkt und waren nicht immer erfreulich – die aufdringliche „Direktwerbung“, allgegenwärtige Unprofessionalität, die unverschämte „Kundinnensuche“ männlicher Prostituierter oder sonstiger Arschlöcher.

Beschluss: Wir bleiben hier!

54.

Rinaldo – so heißt der Schweizer Segler, den wir neulich an dem Fest kennengelernt haben – hat uns zu einem Bier eingeladen. Wir dürfen jederzeit kommen, er selber könne ab elf Uhr Bier trinken und wann es elf sei, das bestimme er, fügte er hinzu. Uns war das allerdings etwas zu früh, alkoholmäßig ist bei uns normalerweise erst gegen achtzehn Uhr „elf“.

Rinaldo ließ seine Delta 45 vor einundzwanzig Jahren in Taiwan bauen. Er selber sei sechs Monate auf der Werft gewesen, die Inneneinrichtung habe er selber geplant. Es ist ein schönes Schiff geworden. Im Laufe der Jahre hat er es mit ziemlich viel Elektronik nachgerüstet, zum Beispiel mit diversen Alarmanlagen. Alle Schranktürchen sind gesichert und ein Bewegungssensor sendet sogar einen Funksignal, den er im Umkreis von fünfzehn Kilometer empfangen könne. Ob das übertrieben oder gerechtfertigt ist, kommt wohl auf das Revier an. In der Karibik sollen sich Crews mit „wie geht es, seid ihr schon ausgeraubt worden?“, begrüßen – ob das stimmt oder Seemannsgarn ist, weiß ich nicht.

Nach der ausführlichen Schiffsbesichtigung gab es dann tatsächlich Bier, und wir haben uns auch sehr gut über Gott und die Welt unterhalten. Es ist schon eigenartig, selbst in einer Kleinstadt muss es doch mehr sympathische, interessante Menschen geben als in einem Hafen – man lernt sie aber fast nie kennen. Hier winkt man sich zumindest mal zu, sagt good morning oder buon giorno, wenn man in Hörweite ist und stellt sehr schnell fest, ob man sich auch mehr zu sagen hat. Rinaldo und wir hatten uns jedenfalls genug zu sagen, so sagte Therese, als es Essenszeit wurde, sie gehe jetzt Spaghetti kochen, wir sollen in einer halben Stunde nachkommen. „Jaaa – ich auch?“ fragte Rinaldo. „Aber selbstverständlich!“

Am nächsten Tag tranken wir wieder etwas bei ihm, aber am folgenden Tag lief er aus in Rich­tung Gibraltar. Er ist allein auf seiner Aenea II. Er setzte noch im Hafen zwei Vorsegel, und dann verschluckte ihn langsam der rote Abendhimmel.

Der Ausbau der Maschine wird von Tag zu Tag verschoben – zum Glück haben wir uns das nicht anders vorgestellt, so haben wir keinen Zeitdruck. Zuviel Wind... das ist ein verständlicher Grund, Schleppen mit einem relativ schwach motorisierten Schlauchboot geht nun mal nicht bei Winddruck. Heute war der Grund aber recht abenteuerlich, Tonino erzählte aufgeregt eine längere, wilde Story, die nicht nur ich, sondern auch Therese nicht verstand; es hatte mit einem blauen Fischerboot, Streik, Carabinieri, Radio und Fernsehen zu tun. Wie auch immer – der nächste Termin soll übermorgen Montag sein. Wir werden’s sehen.

Er kam dann tatsächlich und sagte, wir sollen uns bereitmachen, um vier werden wir abgeschleppt. Um vier? Es ist doch schon viertel ab. Typisch, die haben echt keine Ahnung von Uhrzeit, dachte ich – nur um zu merken, dass man sich nicht zu sehr auf liebgewordene Vorurteile verlassen soll. Wortreich wurde uns nämlich erklärt, dass es sowas wie Sommer- und Winterzeit gäbe... Ach so.

Das Schlauchboot war beinahe pünktlich da, bald waren wir an der Pier festgemacht. Ein Lastwagen mit Kran ging in Position, Tonino kroch in den Maschinenraum, irgendwann hing das teure Stück am Kranhaken, wurde millimeterweise herausgehoben. Ich hasse solche Manöver, sah schon den Motor abstürzen, ein Loch im Schiffsboden, Tonino blutüberströmt, alle rennen und schreien wild durcheinander, wenn sofort ein Taucher käme... aber nein, glug-glug-glug... Ich war also sehr erleichtert, als der Motor auf dem Lastwagen lag und ANEKI immer noch schwamm.

Das war aber erst die erste Halbzeit, das eigentliche Problem war das Anlegen wieder am Schwimmsteg. Beteiligt waren drei oder vier italienisch sprechende Marinaios, die sich nicht einigen konnten, welche die richtige Mooringleine wäre (und die, die sie schließlich gewählt hatten, lehnte ich entschieden ab, wusste aber nicht, wie man italienisch „fahr ab mit dem Scheißding, das ist doch Schwachsinn!“, sagt), ein Schwyzerdütsch und ein Französisch sprechender lieber Helfer am Steg, ein Schlauchboot, das uns schleppte und wir zwei. Gott schütze mich vor meinen Freunden, mit den Feinden werde ich selber fertig!

Wir waren noch nicht ganz fertig mit den Nachwehen des etwas chaotischen Anlegemanövers, als Philip mit der Mitteilung kam, das Geburtstagsfest beginne in einer halben Stunde, wir sollen also kommen. Das Geschenk war aber erst halb eingepackt und der Fruchtsalat, der unser Beitrag zum leiblichen Wohl der Gäste und Gastgeber werden sollte, noch gar nicht angefangen. So drohte das Fest zuerst in Fortsetzung der Hektik mit anderen Mitteln auszuarten, wurde aber dann ganz nett, mit Bergen von Essbarem und Konversation in Englisch und Italienisch. Die jüngere Tochter unserer neuen englischen Freunde wurde sechzehn, die ältere war vor einem Monat achtzehn. Wir kennen zwar nur die Eltern ein bisschen, aber auch die zwei Töchter scheinen ganz lieb zu sein, ohne Pubertätsallüren – ob es an der englischen Erziehung liegt, am Leben am Boot, Zufall oder doch nur meine Unkenntnis, wäre interessant zu erfahren. Das Fest konnte vor dem Geburtstagskind bis zum letzten Moment geheimgehalten werden, sie wurde mit verbundenen Augen in das Zelt, wo es stattfand, geführt und als sie dann den Aufwand sah, Grill, Salatbuffet, Gäste, soll sie Freudentränen in den Augen gehabt haben. Was in dem Alter vermutlich nicht unbedingt „cool“, dafür menschlich, sympathisch ist.

Für weitere Aufregung sorgen – zwar ohne ihr Zutun – die Behörden. Therese fragte Massimo, ob man etwas „Offizielles“ unternehmen solle – die Frau spricht einfach zu viele Sprachen und schwätzt zu gerne mit netten Menschen – und der sagte, das wäre ratsam, die Guardia di Finanza mache nämlich hie und da Kontrollen. Theoretisch dürften wir nur sechs Monate im EU-Raum bleiben, danach wäre die Mehrwertsteuer auf unser Bötchen fällig (was eher mehr wäre, als ein neuer Motor, den wir uns eigentlich nicht leisten könnten). Schiffe die vor 1985 gebaut wurden, sind zwar nicht Mehrwertsteuerpflichtig (unseres ist von 1981). Nein, das gelte nur für EU-Bürger, sagt ein anderes Gerücht. Es gibt zwar entsprechende EU-Richtlinien mit den dazugehörenden Vollzugsvorschriften – natürlich gibt es sie, wenn schon die über die Einfuhr von Karamellbonbons länger sind als das gesamte Römische Recht –, die aber in jedem Land, jedem Hafen, von jedem Beamten anders missverstanden werden. In einer Broschüre des Schweizer Yachtclubs heißt es, man solle auf seinem Drittlandstatus beharren, ohne zu erklären, was zum Teufel das ist und wie man italienisch beharrt. Ich, der das Vergnügen hatte, die Kindheit unter Hitler, die Jugendzeit unter Stalin verbracht zu haben – das ist sehr lehrreich –, sagte, man solle nie die Behörden auf sich aufmerksam machen. Therese, die gradlinige Schweizerin, hat für sowas aber kein Verständnis. Na gut. Streit bekamen wir erst, als ich das erste, bescheuerte Formular auszufüllen begann. Es ist immer das gleiche. Alle Menschen, die in einem halbwegs zivilisierten Land leben, verbringen einen nicht vernachlässigbaren Teil ihres Lebens mit Ausfüllen von Formularen. Warum zum Teufel kann dann nie jemand, der professionell mit dem Erstellen von Formularen befasst ist, diese Tätigkeit mit einem brauchbaren Ergebnis abschließen? Die Kolonnenüberschriften stimmen nicht mit den Ko­lonnen überein, es ist selten genug Platz für die verlangten Antworten (es sei denn, für Ja oder Nein, dafür stehen mindestens zehn Zentimeter zur Verfügung). Ich war also schon etwas geladen, als ich fragte, wo sie geboren wurde. Sie sagte, das gäbe es in der Schweiz nicht. Das hat mich definitiv an die Decke katapultiert: „Gopfrischtutz, wächst ihr Sonderfälle denn auf den Bäumen oder was?“ Da war sie natürlich beleidigt, wie kommt so ein hergelaufener Ungar dazu... (Zum Verständnis: In Schweizer Dokumenten wird der Geburtsort tatsächlich kaum je erwähnt, dafür gibt es den Begriff Heimatort, was wiederum in anderen Ländern unüblich ist. Tja, es gibt ihn schon, den Sonderfall...)

Der welsche Stegnachbar war inzwischen beim Hafenamt und berichtete, es sei alles nur halb so schlimm, man müsse nur ein Formular ausfüllen e basta.

 

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Wir sind um zwölf Uhr dreißig in Cagliari ausgelaufen, nachdem unzählige Hände geschüttelt, einige Umarmungen und Küsse ausgetauscht und viele gute Wünsche gesprochen wurden.  Zuerst machte uns der von uns vor einiger Zeit entdeckte Inseleffekt zu schaffen: Man hat erst mal den Wind auf die Nase, freut sich aber, dass nach dem nächsten Kap gesegelt werden kann; aber rechtzeitig vor der Kursänderung dreht der Wind genau um den gleichen Betrag – und dies wiederholt sich nach jedem Waypoint.  Dann aßen wir eine Kleinigkeit, der Wind frischte auf, wir setzten das Groß zu zweidrittel und die Genua voll und... das habe ich aber gerade schon erzählt.

Gegen Abend begannen wir mit unseren bewährten Dreistundenwachen.  Wind und Seegang nahmen etwas ab, kamen gelegentlich auch aus einer vernünftigeren Richtung.  Wie oft wir Segel gesetzt und wieder geborgen haben, den Diesel gestartet und wieder gestoppt, könnte ich zwar aus dem Logbuch ermitteln, aber wozu?  Wir gaben uns und hatten Mühe.  Irgendwann war es aber so, dass ich sagen musste, das wäre genau das Richtige für so ein altes Paar, das Seefahrer spielen will: Windstärke drei, etwas achterlicher als Halbwind, Wellenhöhe vielleicht null komma fünf Meter – es ist schon toll, wie ANEKI daraus spielend fünf Knoten Fahrt herausholt.

Der Sternenhimmel war diesmal nicht gar so prächtig, die Luft war zu feucht, die Sicht entsprechend schlecht, wir konnten aber beide unabhängig voneinander die wenigen Sternbilder die wir kennen, identifizieren.  Einmal sah ich einen großen Fisch, Therese ein Kreuzfahrtschiff.  Sonst nur Wasser und Himmel.  Koje.  Wasser und Himmel.  Koje.  Eine Kleinigkeit essen – das heißt, am zweiten Abend kehrte mein Appetit zurück, für Therese war Seekrankheit auch kein Thema mehr, so kochte sie ihr phantastisches Linsengericht mit Lachs, vorher einen kleinen Salat.  Es fehlte nur ein schöner Wein dazu, aber alkoholische Getränke sind für uns unterwegs tabu – und, zumindest bei Saisonbeginn, bis uns wieder Seebeine gewachsen sind, auch Kaffee.  Was nämlich viele nicht wissen: Kaffee ist ein hervorragendes Brechmittel.

Drei Stunden in der Koje sind nicht gerade viel, zudem es meistens weniger sind, weil wir zum Beispiel Segel immer zu zweit setzen und bergen; wir finden das sicherer und auch effizienter.  Wir wollen auch nicht, dass länger als wenige Minuten niemand im Cockpit ist, um Ausschau zu halten, also darf zum Beispiel während der Küchenarbeit auch niemand liegen.  Drei Stunden allein in der dunklen Nacht können aber, besonders wenn man sich dies in vielen Monaten abgewöhnt hatte, unendlich lang sein, vor allem, wenn nichts für Abwechslung sorgt: Statt dem üblichen brillanten Sternenhimmel nur die hellsten durch den Dunst, weit und breit kein anderes Schiff, keine Delfine, kein Leuchtplankton, nur die unendliche Mühe, nicht einschlafen zu dürfen.  Erfahrene Langstreckensegler berichten, dass man sich nach einigen Tagen gut an diesen seltsamen Lebensrhythmus gewöhne; der Mensch ist ja sehr anpassungsfähig.  In der ersten Nacht schläft man auch dann kaum, wenn man dürfte, alles ist wieder ungewohnt, die Bewegungen, die Geräusche, vom Psychischen gar nicht zu reden.

Obwohl seit vielen hundert Jahren viele tausend Menschen unvergleichlich mehr zur See geleistet haben, sind wir dennoch ein bisschen stolz, dass wir zwei, ein ehemaliger Schreibtischtäter und eine frühere Sozialarbeiterin, in zwei Tagen und Nächten eine Hochseeyacht ganz allein von Cagliari nach Mahón gebracht haben (Und damit das klar ist: verkauft wird vorläufig nicht!).  Es gelang uns sogar ein bilderbuchmäßiges Anlegemanöver an einem der zwei mahóner Spezialitäten, schwimmende Plattforme ohne Verbindungssteg zum Land, aber mit Strom- und Wasser.  Unsere Sehnsucht nach letzterem, in seiner nichtsalzigen Variante, war dermaßen hoch, dass wir sogar vor dem Hafentrunk zuerst uns und dann auch ANEKIs Deck eine mehr als gründliche Spülung gespendet haben.  Danach gab es aber erst mal ein herrlich kühles Bier, und auch eine Flasche Roten haben wir schon aus dem „Weinkeller“ geholt.

Dass es uns in Cagliari gut gefallen hat, lag vor allem an den Menschen.  Rein landschaftlich ist es hier in Mahón aber viel schöner; obwohl wir schon mal hier waren, ist es uns erst jetzt so richtig bewusst geworden (Damit sind nur die beiden Städte gemeint, die Insel Sardinien gehört zu den schönsten).  Die paar jungen Männer, die uns hier beim Anlegen halfen, waren sehr freundlich und hilfsbereit.  Zu meinem Erstaunen konnte sich Therese mit ihnen recht gut spanisch verständigen – ich habe in einem Jahr mehr vergessen als ich je gelernt habe.

Wir liegen hier sehr eng aneinandergequetscht, mit der üblichen Folge, dass die Fender dauernd quietschen – unsere Nachtruhe konnte dieses Geräusch oder was in der Nacht auch sonst um uns herum geschehen mag, in keiner Weise beeinträchtigen.  Unsere Kontakte mit den Nachbarn beschränken sich bis jetzt zwar auf wenige freundliche Worte, man betrachtet sich aber mit gegenseitigem Wohlwollen.  Außer spanische sieht man britische, deutsche, französische, belgische Flaggen und hört die dazugehörenden Sprachen.  Mit der Stromversorgung gibt es die fast als üblich zu nennenden Probleme, mit unserem Wasserkocher ist das Netz anscheinend bereits überlastet, die Sicherung springt immer wieder raus.  Vielleicht schließt aber auch nur jemand etwas nicht ganz koscheres an.  Die Fehlerstromschutzschalter haben gerade in dieser nassen Umgebung eine sehr wichtige Sicherheitsfunktion, sprechen aber auch an, wenn etwas „komisches“ angeschlossen wird.

Eine Änderung gegenüber letztes Jahr, die wir bedauern, ist, dass hinter der Isla del Rey nicht mehr geankert werden darf; das wäre unser bevorzugter Platz gewesen, wenn wir erst mal die Süßwasserorgie hinter uns hätten – Therese wäscht und spült gerade alles, was wir auf der Überfahrt trugen, alles war salzig und klamm vom Seewasser und auch vom Schweiß.  Es wird nun abgeklärt, ob wir bis Sonntag hier bleiben können, sonst können wir an den Schwimmsteg hinter der Isla del Rey verholen.  Dort gibt es nicht nur keinen Landanschluss, sondern auch weder Süßwasser noch Strom.  Wir werden’s sehen...

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Nachdem es bis zum Nachmittag immer wieder, mal richtig, mal tröpfchenweise geregnet hat, wurde es ein zwar kühler, doch schöner, klarer Abend.  Wir beschlossen also, unser Nachtmahl auf der „Terrasse“ einzunehmen.  Während Therese lustlos in ihrem trockenen Reis mit ein paar Tomatenstückchen herumstocherte, genoss ich mein riesiges Schweinesteak und den schönen gemischten Salat, zur Stärkung meines Immunsystems mit einer Zwiebel und vier Knoblauchzehen angereichert.  Wir sind gerade rechtzeitig für die Abendvorstellung fertig geworden, räumten ab, verstauten auch den Cockpittisch und richteten uns mit ein paar Kissen in unserer Loge ein.

Gespielt wurde das Stück „Schönheit und Gewalt“ von einem unbekannten Autor als uralter Zeit.  Es begann mit fernem Wetterleuchten, weit weg hinter der Küste.  Über uns gab es nur einzelne Wolken.  Man hörte nur hie und da leises Donnergrollen.  Die Dekadenz und Frivolität des Menschen wurde durch ferne Diskomusik und den mit tausend Glühlampen beleuchteten Hotelburgen angedeutet.  Dann wurden die Lichteffekte allmählich gesteigert, man sah vereinzelt Blitze, die meistens horizontal, die von Wolke zu Wolke durchschlugen.  Während zu Beginn die Szene nur für einzelne Sekunden beleuchtet wurde, war sie nun nur sekundenlang dunkel.  Die tagsüber sanften Hügel und Berge erschienen nun in diesem scharfen, pulsierenden Gegenlicht gewaltig schroff und abweisend.  Dahinter eine faszinierend bizarre Wolkenlandschaft, wie eine Zeitlupenaufnahme von Jahrmillionen über die Entstehung der Hochgebirge unserer Erde.  Auch über dem Zuschauerraum wurden nun, fast unbemerkt, Wolken aufgefahren, zum Licht wurde auch etwas Donnern zugeschaltet, und dann wurde der Wind angestellt.  Unendliche Reihen niedriger, entstehender Wellen rasten von Land her auf uns zu.  Wir fanden es an der Zeit, unsere Zuschauerrolle etwas aktiver zu gestalten.  Therese kontrollierte, ob wirklich alle Luken und Fenster dicht verschlossen sind, während ich den Besanbaum in die Mitte schob (tagsüber ist er weit draußen, damit er die Solarpaneele nicht abschattet) und die Instrumente anstellte.  Im letzten Akt wurde prasselndes Regnen gespielt, der Wind wurde wieder runtergefahren; das langsam abklingende Wetterleuchten verfolgte ich schon aus der Koje.

Am nächsten Morgen dann azurblauer Himmel mit einigen strahlend weißen Restwölklein, rasch steigende Temperatur – wie wenn wir im Mittelmeer wären...

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105.

Wunderschöner Segeltag mit leichtem Wind, wenig Seegang, ohne Stress und Pannen – auch das gibt es.  Nun ankern wir wieder in der Lagune zwischen Olhão und der Insel Culatra – ich hatte schon ganz vergessen, wie schön und friedlich es hier ist.  Unser nächstes Etappenziel ist entweder Vila Real oder Ayamonte; sie liegen ja beiderseits der Mündung des Rio Guadiana.  Therese sagt, sie könne in Ayamonte besser einkaufen.  Ich sage, in Vila Real haben wir aber besser gegessen.  Vorher müssen wir aber so oder so die Sandbank vor der Flussmündung passieren, und dazu brauchen wir mindestens halbe Tide, steigend.  Morgen müssten wir hier spätestens um sieben gegangen sein, um rechtzeitig dort anzukommen – das würde Tagwacht um sechs Uhr bedeuten, da ist es möglicherweise noch dunkel, so genau weiß ich das gar nicht, will es gar nicht wissen.  Die gute Nachricht ist: Die Zeiten verschieben sich täglich um eine gute halbe Stunde.  Beschluss: Wir gehen erst übermorgen.  „Dann kannst Du den Wetterbericht morgen in aller Ruhe aufnehmen, statt möglicherweise während dem Nachtessen“, freute sich mein Täubchen.  „Falsch“, sagte ich, „ich will ihn trotzdem heute Abend reinholen; es könnte ja sein, dass das Wetter morgen gut wäre, übermorgen hingegen schlecht; dann müssten wir doch morgen gehen.“  Also sollten wir um 21:15 fertig gegessen haben – aber nicht vor 20:15 anfangen, weil bis dahin die Wetterkarten gesendet werden.  Ist das ein kompliziertes Leben!

Unterwegs hatten wir zuerst Nordwind, wie vorausgesagt.  Er war angenehm warm.  Dann schlief er kurz ein und kam wieder aus Südwest; kalt.  Warmer Nordwind, kalter Südwind... und nach einer Weile sagte Therese: „Die haben doch in letzter Zeit nie etwas von Südwestwind gesagt, oder?“ - „Nein, es muss wohl Thermik sein, das Land ist ja immer noch ziemlich wärmer als die See.“ - „Schon – das erklärt aber nicht diesen Schwell aus Südwest, dazu muss es irgendwo schon längere Zeit Südwest gegeben haben.“  Da hatte sie recht – nur konnte ich nicht feststellen, woher der Schwell kam.  Wie sie denn das sehe, fragte ich.  Es sei doch ganz klar, ich müsse nur auf die etwas höheren Wellen achten, dann lüpfe ANEKI ihr Füdli und lasse sie unten durch, „siehst du, jetzt grad wieder!“ - „Also Füdli lüpfen und durchlassen, das ist Frauensache, macht ihr zwei das unter euch aus, ich sehe nichts.“  Es war ja ein harmloser, niedriger Schwell, richtig lieblich – wau, jetzt muss ich aber aufhören, ehe es zu erotisch wird! (Für Nichtschweizer: Füdli lüpfen heißt Hintern heben – Schwyzerdütsch hat oft die liebevolleren Ausdrücke).

Nach dem Nachtessen auf unserer eigenen „Seeterrasse“ bewunderte ich die vielen glitzernden Lichter an der Küste bei Olhão.  Therese versicherte mir, dass die schon das letzte Mal da waren.  Wir lagen wohl zu lange hier vor Anker, die Schönheiten, die man ständig vor Augen hat, nimmt man nach einer Weile nicht mehr bewusst war – zum Glück gilt dies auch für des weniger schöne.

Die Windprognosen gehören, wenn man gegen Osten will, zum weniger schönen: Nordost-Ost im ganzen Seegebiet zwischen Gibraltar, westlich von Portugal und Kanaren und nicht zu wenig davon; genau der Wind, auf den Rico und Co. gewartet hatten – nur zu wenig lang.  Diese jungen Leute sind zu ungeduldig.

Therese überlegte gerade, ob sie ein Bad riskieren sollte – sie traue sich nicht hinein, um zu probieren, sagte sie.  „Dafür schenkten uns doch Fortschritt und Zivilisation Thermometer“, klärte ich sie auf.  „Ach ja, richtig!“  Drei Minuten später gab sie zu Protokoll: neunzehn Grad.  Zu wenig, statt Wassergymnastik turnt sie nun auf dem Vorschiff.

Heute bekam ich noch keinen Kontakt zu irgendeiner Winlink-Station (E-Mail) – eigenartig, der Empfang des Wetterberichtes war überdurchschnittlich gut.  Später probieren, jetzt gibt’s erst mal eine Suppe.

Der Sommer ist zurückgekehrt.  Tagsüber ist es wieder richtig heiß, abends sitzen wir gerne noch eine ganze Weile nach dem Essen draußen.  Auch das Wasser ist angenehm, wir zögern nur ganz kurz auf der untersten Stufe der Badeleiter.  Zur Leibesentsalzung ist allerdings das warme Wasser aus der Solardusche doch schon willkommen.

Wir sind nach wie vor fasziniert von den Gezeiten.  Auch der Einfluss der Mondphasen ist beträchtlich: Bei Vollmond ist das Hochwasser 3,9 Meter, bei Neumond sogar 4,2, bei Halbmond hingegen nur 2,8 und das Niedrigwasser ist auch um einiges niedriger bei Voll- oder Neumond als bei Halbmond.

Das englische Boot, das die ganze Zeit ein-zweihundert Meter neben uns lag, ist heute gegangen.  Obwohl wir nie ein Wort mit den Leuten gewechselt hatten, fehlen sie uns irgendwie.  Erst als sie ihren Anker fast oben hatten, entdeckte Therese, dass auch eine Katze an Bord war.

Jeden Morgen um 09:20 empfange ich den Wetterbericht.  Er ist immer fast gleich: Ostwind, nur die Stärke variiert zwischen 4-5 oder 7-8 Beaufort.  Vorher bekomme ich von einer Winlink-Station auch immer die gleiche Meldung: QTC 0 Msgs 0 bytes, was im Klartext „ich habe null Nachrichten, bestehend aus total null Bytes, für dich“ heißt.  Irgendwie scheint die Zeit in mehr als einer Hinsicht stillzustehen.  Auch das Telefon ist stumm wie die Fische, die ständig um ANEKI herum schwimmen.  Ich las gerade einen Roman fertig, wo ein exzentrischer Milliardär das Internet und alle Telefonnetze dauerhaft lahm gelegt hat.  Wir würden es hier gar nicht merken – vielleicht hat er tatsächlich...  Da ich nicht ganz ohne Gefühl für Stil bin, fing ich nun ein Buch an, wo Nachrichten noch auf Papier mit Pferdewagen befördert wurden.  Es ist gar nicht so lange her, und ich hätte Mühe genau zu formulieren, was wir wirklich Wesentliches haben, das man nicht auch schon damals hatte.  Was nützen sekundenschnelle, weltweite Kommunikationsmöglichkeiten, wenn sich die Menschen nichts zu sagen haben?  Oder keine Zeit zu haben glauben, um es doch zu sagen?

Eigentlich wollten wir vor dem „Winter“ noch Sevilla mit dem Boot besuchen – aber nicht gegen Starkwind auf die Nase und anderthalb bis zwei Meter hohen Wellen.  Als letzten Termin, um von Olhão / Culatra gegen Osten weiterzufahren, setzten wir uns den 20. September.  Windprognose am 19. spät am Abend: Ost 4-5 Beaufort.  Also: go west, young man!  Vor dem go west haben die Götter allerdings „Anker auf“ gesetzt; reine Routine – normalerweise.  Die Hauptarbeit leistet ja die elektrische Ankerwinde, nur das Ausbrechen des Ankers aus dem Boden schafft sie oft nicht, die Sicherung löst aus.  Wir haben es uns also angewöhnt, dies gar nicht erst zu probieren, sondern die kritische ein-zwei Meter Kette mit dem Handhebel zu holen.  Nun hebelte mein Täubchen und hebelte und hebelte und...  Was denn los sei, fragte ich, mache sie Krafttraining?  Böser Blick nach hinten: Nein, es gehe ungewöhnlich schwer, etwas hänge dran.  „Soll ich nach vorne?“  Nein, nein...  Nach einem weiteren Meter – pro Hebelbewegung kommt vielleicht zehn Zentimeter Kette, wenn es nicht so stark untersetzt wäre, hätte man keine Chance, den Anker auszubrechen – rief sie dann etwas atemlos, dass sie nun doch froh wäre...  Ich ging also nach vorne, hebelte und hebelte, Therese hing am Bugkorb – „fall mir jetzt nicht auch noch ins Wasser!“ – und dann rief sie, „es“ komme.  Zuerst erschien ein Stück Tau, nicht gerade sauber und neuwertig, dann sagte sie, ein alter Hummerkorb hänge dran.  Ich ging also, unser schärfstes Messer holen; inzwischen kam ein Fischer mit einem kleinen Boot, für diese Sorte Mensch ungewöhnlich langsam; Therese winkte ihm.  Wir dachten, er werde das Ding sicher brauchen können – aber was machte er?  Holte sein Messer raus, schnitt es ab, winkte freundlich und fuhr weiter.  Das hätten wir auch ohne ihn können – und er dachte wohl, typisch für diese Wassertouristen, die schaffen’s nicht mal, ein altes Stück Tau von ihrer Ankerkette zu schneiden.  Der Hummerkorb sei übrigens leer gewesen, sagte Therese.  Hummer gibt es hier zwar keine, nur Langusten, und auch die sind nicht sehr häufig, bis jetzt sahen wir sie nur im Restaurant angeboten.  Vielleicht zweimal aßen wir auch schon welche und stellten jeweils fest, dass der Preis den Genuss bei weitem übersteigt – nach zwei Jahren vergesse ich das aber wieder, der nächste dürfte also 2005 fällig werden.

Wann der nächste Ostwind fällig wird, weiß ich nicht – an diesem sonnigen Samstag fand er jedenfalls nicht statt.  Im Seewetterbericht heißt es jeweils: DIE VORHERSAGEN BASIEREN AUF DEN MODELLEN DES DEUTSCHEN WETTERDIENSTES UND GELTEN FUER DEN IN KLAMMERN ANGEGEBENEN PUNKT DES SEEGEBIETES.  Erstens befindet man sich aber selten genau am „angegebenen Punkt des Seegebietes“.  Was aber viel wichtiger sein dürfte: Wetterlagen, die noch nie, seit es systematische Aufzeichnungen der Wetterdaten gibt, aufgetreten sind, können in keinem Modell irgendeines Wetterdienstes berücksichtigt werden.  Und diese monatelange Hitzeperiode in weiten Teilen Europas, sogar direkt auf der Alpennordseite, gehört sicher zu diesen Phänomenen – unter anderen.

Mit solchen Gedanken dieselten wir gegen Westen.  Es war zunächst ziemlich diesig, klarte aber bald auf, und der anfängliche Schwell aus Südost nahm auch ab, die Wasseroberfläche sah aus wie Öl.  Hinter der Küste lag eine lange Wolkenbank, Cumuli, die wir uns nicht recht erklären konnten; Thermik konnte es nicht sein, dann hätten wir doch auflandigen Wind gehabt.  Eine schwache Front?

Die Einfahrt in die neue Marina Albufeira kannten wir zwar schon, sie war aber immer noch eindrücklich.  Irgendwo sahen wir ein Foto, das vermuten ließ, dass nicht nur der Zugangskanal, sondern das ganze Hafenbecken ausgebaggert wurde – eine bemerkenswerte Leistung.  Es eilten wieder ein paar Leute heran, um beim Anlegen zu helfen.  Mit der einen Frau, einer Hamburgerin, kam Therese später ins Gespräch.  Sie sind vor zwei Jahren da runtergesegelt, leben seitdem hier auf ihrem Boot – die Algarve ist zwar schön, dafür wäre sie uns aber doch zu kleinräumig, in den drei Monaten waren wir ja nicht nur überall, sondern an einigen Orten zweimal und wochenlang.  Ich las zwar gerade einen Roman, da sagte ein alter Mann, in jenem Haus wurde er geboren und da werde er auch sterben, wie schon sein Vater und sein Großvater – zu diesen Leuten gehören wir aber nicht.  Es war ein zwar schönes, bemerkenswertes, aber eigentlich recht trauriges Buch (Sándor Márai, Die Glut).  Es war allerdings ein recht großes Haus, es gehörte auch ein Jagdhaus dazu.  Erst gegen Schluss erfuhr man, dass das Jagdhaus zwei Stunden (mit der Pferdekutsche) entfernt lag, und als der Gast sich nach einem langen Abend – es dämmerte schon – zum Gehen wandte, eilte eine ganze Schar Diener heran.  Es gab schon reiche Leute früher in Ungarn - und Elend.  Heute – das stand nicht mehr in diesem Roman – gibt es wieder Reiche und noch mehr Elend.  Die alten Reichen waren in der Regel nicht ganz so große Gangster wie die neuen.  Wann wohl die nächste Revolution fällig wird?

Der nächste Winter kommt allerdings nicht nur gewiss, sondern auch – voraussichtlich – früher.  Die Hamburger haben den letzten in Portimão verbracht, und so fragte Therese, wie denn die Temperaturen waren; sie fürchtet nämlich, es könnte da zu kalt werden.  Ja, morgens war es ein paar Mal schon nur knapp über null Grad, es konnte sich sogar mal Reif an Deck bilden, am frühen Nachmittag wurde es dann aber immer mindestens fünfzehn Grad warm, meistens bis zu zwanzig.  Sie hätten einen kleinen Ölradiator gekauft, damit gehe es wunderbar, es bleibe auch alles trocken unter Deck, weil man damit durchgehend die ganze Nacht heizen könne, er sei ja geräuschlos und völlig ungefährlich im Gegensatz zu anderen Heizungsarten.  Rico hatte uns auch schon nachdrücklich das gleiche empfohlen, wir glauben, wir werden tatsächlich einen kaufen.  Womit zwar der teure Petroleumofen von Bertschi auf die immer noch wachsende Liste der Fehlinvestitionen transferiert werden muss.  Ach, vielleicht gibt es mal irgendwann in einer Kälteperiode einen längeren Stromausfall oder Stromknappheit – letztere hatten wir ja sowohl in Cagliari als auch in Aguadulce – und dann kommt Bertschi doch noch zu späten Ehren.

Am Sonntag aßen wir ein besonderes Frühstück und gingen danach spazieren.  Nicht, dass wir plötzlich richtig traditionsbewusst geworden wären, wir hatten aber weder Brot noch Z’morgefleisch (Schinken, Salami und ähnliches) im Haus, so gab es Bratkartoffeln, und mit dem Spaziergang wollten wir Thereses Bewegungsdrang und unser beider Neugier befriedigen: Das Hafenbecken wird ja durch bunte Häuser gesäumt, die wir anschauen wollten.  Nicht nur die Farben, sondern auch die Formen sind unkonventionell, so fragten wir uns, ob da ausnahmsweise ein fähiger Architekt tätig war.  Um es vorwegzunehmen: Die Antwort ist ein klares Nein.  Zum Beispiel gehört zu jedem einzelnen Häuschen ein Schwimmbecken.  Toll – nur schwimmen kann man in den größeren vielleicht zwei Züge, in den kleineren gar nicht, sie nehmen aber gerade genug Platz im Freien weg, damit nirgendwo ein Tisch und ein paar Stühle hingestellt werden können.  Wieso machten die Deppen nicht ein oder zwei richtig brauchbare Pools zur gemeinsamen Nutzung?  Dann gibt es pro Haus drei Badezimmer, alle mit Wanne, aber keine mit Duschkabine und mit je einem Waschbecken von der Größe eines Suppentellers.  Auch die Küchen sind eher zu klein, zum Teil richtig dunkle Löcher.  In der hinteren Reihe entdeckten wir endlich etwas, was ich für sehr wichtig halte: einen gedeckten Sitzplatz.  Wir fingen schon darüber zu diskutieren an – Therese: „Da würde ich viele Pflanzenkübel hinstellen“ - ich: „Ja, du brächtest es sicher fertig, dass nirgends Platz für eine vernünftige Tischrunde übrig bliebe“ – bis wir weiter vorne entdeckten, dass sie weder für Pflanzen noch für Liebhaber kühler Getränke und heißer Diskussionen, sondern für die Autos gedacht sind.  Es gibt aber gewölbte Decken, krumme und schräge Wände, alles für den Effekt, ohne Zweck und Nutzen; riesige, hohe Fensterwände, um die zu putzen man vermutlich die Feuerwehr bemühen muss, teilweise nach Süden, wo sie sowieso die ganze Zeit verrammelt bleiben, will man keinen Hitzschlag erleiden.  Das Positive dabei: Wir würden uns sowieso nicht hier niederlassen wollen, zu teuer dürften sie auch sein, so haben wir wenigstens nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

Innen konnten wir ein paar Häuser nur deshalb besichtigen, weil ganz normal gearbeitet wurde, Sonntag hin oder her.  Das Aussehen der Arbeiter ließ allerdings auf Nordafrikaner schließen, also vermutlich Muslims, deren Sonntag ja am Freitag stattfindet – aber freitags wird natürlich auch gearbeitet, in Portugal ist das ja wiederum ganz normaler Arbeitstag.  Soviel zum nordländischen Vorurteil über die „faulen Südländer“.  Bemerkenswert ist auch, dass Portugal mittlerweile Fremdarbeiter beschäftigt, trotz hoher Arbeitslosigkeit im eigenen Land; in ärmeren Regionen soll sogar Hungern vorkommen und es landesweit fünf bis zehn Prozent Analphabeten geben.

Als wir zurückkamen, wäre es langsam Zeit zum Kochen gewesen. Dann kam aber der Herr Stegnachbar und fragte, ob wir nicht Lust auf ein Glas Wein hätten.  Das haben wir fast immer, so saßen wir fast bis zehn Uhr mit zwei deutschen Paaren in dem gemütlichen Cockpit eines traditionellen Motorseglers, tranken Rotwein und Porto und sprachen über Gott und die Welt.  Das Menü wurde danach auf ANEKI kurzfristig umgestellt: Statt der geplanten zeitaufwendigen Bohnensuppe zauberte Mafalda die Tüchtige in no time hervorragende Spaghetti mit Tomaten und Thunfisch auf den Tisch.

Montag war Großkampftag.  Heinz, unser Gastgeber des Vorabends, führte uns durch verwinkelte Gassen und zahlreiche Ecken, über belebte Plätze mit immer noch vielen Touristen, Gauklern und Musikanten in einen riesigen Supermarkt, den leer zu kaufen zwar selbst uns nicht gelang, dennoch konnten wir den Kofferraum eines Mercedes bis in die hinterste Ecke füllen.  Um das alles vom Gehsteigrand, wo uns der Taxifahrer auslud, über einige Treppen, Rampen und Stege auf ANEKI zu schaffen, kann als logistische Meisterleistung bezeichnet werden.  Das damit verbundene emsige Treiben erregte allerdings das Mitleid eines uniformierten Wachmannes.  Tragen half er zwar nicht, erklärte aber mehrmals Kurve um Kurve, wo uns das Taxi hätte hinfahren sollen.  „Obrigado, obrigado, next time we will know“, beruhigten wir ihn in der landesüblichen Sprachmixtur.

 

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