Band 12

 

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Karlheinz Franke

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Karlheinz Franke

Diakon aus dem Rauhen Haus in Hamburg

 

Band 11 in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski

 

Band 12ist leicht gekürzt im Band 11 - Band 11 enthalten

Autobiographie:

Diakon Karlheinz Franke

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Autobiographie Franke


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iakonen-Portraits

Das Rauhe Haus gilt als „Brunnenstube der Inneren Mission“ und ist die Wiedergeburtsstätte des Diakonenamtes in den Kirchen der Reformation nach über tausendjährigem Dornröschenschlaf während der Kirchengeschichte.

Das alte Rauhe Haus


Johann Hinrich Wichern, geboren am 21. April 1808, hatte angesichts des Kinderelends seiner Zeit das das Rauhe Haus 1833 als junger Kandidat der Theologie mit Hilfe einflussreicher Hamburger Bürger in dem Dorf Horn vor den Toren Hamburgs aus kleinsten Anfängen als „Rettungshaus“ für gefährdete Kinder und Jugendliche gegründet und aufgebaut. Für seine immer umfangreiher werdende pädagogische Arbeit benötigte er schon bald Gehilfen. Aus dem Kreis dieser Gehilfen entwickelte sich später der Beruf des Diakons.

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Johann Hinrich Wichern

Das Familienprinzip, in dem Wichern seine Schützlinge betreute und erzog, erforderte eine größere Anzahl von Gehilfen. Im Sommer 1834 zog ein Bäckergeselle, namens Josef Baumgärtner, zu Fuß von Basel nach Hamburg, um Wichern als erster Gehilfe für ein mageres Taschengeld von 100 Mark im Jahr bei freier Kost und Logis als Betreuer einer „Knabenfamilie“ zur Hand zu gehen. Nach drei Jahren übernimmt Baumgärtner ein eigenes neu gegründetes Rettungshaus in Mitau im Kurland. 1839 ermächtigte der Verwaltungsrat Wichern, der Ausbildung von Gehilfen im Rauhen Haus "die gröstmögliche Veröffentlichung zu geben". Wichern ließ deshalb von 1843 an über die Gehilfen, schon damals Brüder genannt, eigene Jahresberichte erscheinen. Auf ihre theologische Ausbildung in seinem "Gehilfeninstitut" verwandte er große Sorgfalt. Aus seinen „Gehilfen“, die Wichern aus ganz Deutschland rief und die ihn bei seiner Erziehungsarbeit im Rauhen Haus unterstützten und von den Jungen der Erziehungsfamilien „Brüder“ genannt wurden, baute er den hauptberuflichen Mitarbeiterstab der Inneren Mission auf, die „Berufsarbeiter“, die als Hausväter in „Rettungshäusern“, als Strafvollzugsbetreuer oder als Stadtmissionare in ganz Deutschland und im Ausland bis hin nach Übersee tätig wurden.

Wichern: „Treue, gottesfürchtige Männer, so ernst als wahr, so klug als weise, in der Schrift bewandert, im Glauben gegründet, voll Liebe zum armen Volke, geschickt zu solch einem Umgang, der Menschen fürs Himmelreich gewinnt, wünschen wir in Scharen unter das Volk.“

Erst Jahrzehnte später nannte man diese „Gehilfen“ entgegen Wicherns ursprünglichen Vorstellungen Diakone. Bis in die 1970er Jahre sprach man von der männlichen Diakonie. Daneben gab es den Beruf der Diakonisse. Danach wurden Ausbildung und Beruf im Rahmen der allgemein sich durchsetzenden Emanzipation auch für Frauen geöffnet. Aus der Brüderschaft wurde die Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses. Heute bildet die Fachhochschule des Rauhen Hauses in Hamburg Frauen und Männer zu Diplom-Sozialpädagog(inn)en und Diakon(inn)en aus.


Diakon Karlheinz Franke * 6.04.1930,

ins Rauhe Haus eingetreten am 9.04.1954,

Wohlfahrtspflegerexamen am 8. März 1958,

Diakonenexamen am 2. März 1959, eingesegnet am 4.10.1961,

berichtet auf über 60 Seiten über sein Leben: Autobiographie

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hier einige Auszüge:

Kindheit

Am 6.4.1930 wurde ich in Frankfurt an der Oder in der Kleinen Müllroser Straße geboren. Wie meine Mutter immer wieder betonte, war ich ein Sonntagskind, sollte also besonders viel Glück im Leben zu erwarten haben.

Küstrin

Mein Vater war der Tischler Karl Franke aus Hohenwalde bei Frankfurt/Oder. Meine Mutter stammte aus Gnesen in der preußischen Provinz Posen. Sie wurde im August 1925 von der neuen polnischen Regierung aus Polen ausgewiesen, weil sie deutsche Staatsbürgerin bleiben wollte. Nach der Heirat gab meine Mutter 1929 in der bitter armen Inflationszeit das zusammen mit zwei Geschwistern gegründete Lebensmittelgeschäft in Frankfurt/O und Müllrose wieder auf. 1931 zogen meine Eltern nach Küstrin um, wo mein Vater eine Stelle als Kassierer bei der Teerfabrik Max Veith in der Landsberger Straße bekam. Dafür musste er eine Kaution bei der Firma hinterlegen, die verloren war, als diese Firma in Konkurs ging. Es blieb nur die Dienstwohnung im Keller des Bürohauses, in der wir noch einige Jahre wohnten. Ich war zwei Jahre alt, als mein Bruder Jürgen geboren wurde. Ich freute mich zwar darüber, hatte aber fortan immer die Pflicht, auf den „Quaden“ aufzupassen. Als er einmal gegen einen Briefkasten gelaufen war und mit blutender Kopfwunde nach Hause kam, war ich natürlich der Schuldige. Meine Mutter, gelernte Schneiderin, machte aus uns Anziehpuppen. Wir trugen meistens Matrosenanzug und weiße Kniestrümpfe. Meine erste Expedition führte in ein Loch in der Drehscheibe für die Waggons der Teerfabrik. Anschließend sah der Anzug entsprechend aus! Im Alter von drei Jahren wurde ich 1933 mit Keuchhusten und viel Ausschlag ziemlich krank.

Der Arzt schob dies auf das Sumpfklima von Küstrin am Zusammenfluss von Oder und Warthe. So wurde ich zur Schwester meiner Mutter, die keine Kinder hatte, nach Köslin in Hinterpommern geschickt.

Tischlerlehre

Meine Mutter machte jetzt den Versuch, mir eine Lehrstelle zu besorgen, was für einen dahergelaufenen Flüchtlingsjungen nicht einfach war. Es gab in Müllrose nur eine Tischlerei, die von Otto Heinze. Der Meister hatte große Bedenken, einen Lehrling zu nehmen, da er nicht wusste, ob er die Werkstatt behalten könne. Er musste auch befürchten, dass die Maschinen ausgebaut und nach Russland gebracht werden könnten. Da er aber meinen Großvater gut gekannt hatte, der im Nachbardorf Hohenwalde Tischlermeister gewesen war, und seine Tochter mit meinem Vater früher zusammen im Mandolinenclub in Müllrose war, bekam ich die Lehrstelle doch. So begann ich im August 1945 meine Tischlerlehre. Damals gab es noch keinen elektrischen Strom in Müllrose, da die Russen gerade das Braunkohlekraftwerk Brieskow-Finkenheerd an der Oder demontiert und nach Russland geschafft hatten. So lernte ich, wie man Bretter mit der Handsäge und mit dem Handhobel bearbeitet. Als es später wieder tagsüber stundenweise Strom gab, musste ich jeden Tag einen Sarg bauen, da es wegen der schlechten Versorgung und der kaum zu bekämpfenden Krankheiten sehr viele Todesfälle gab. Die Hauptarbeit entstand durch die Reparatur eingetretener Türen, die neue Türfüllungen erhielten. Es waren auch viele aufgebrochene Schlösser zu reparieren. Auch bei den Fenstern mussten die abgefaulten Wasserschenkel erneuert werden, damit die Glasscheiben wieder hielten. Als Material hatten wir nur ausgeglühte Beschläge aus den Brandruinen oder alte Nägel, die wir gerade klopfen mussten. Da die Russen in den Wäldern Raubbau trieben und es auch viele Kriegsschäden gab, war das Holz knapp. Eine meiner ersten Aufgaben war es, zusammen mit einem Bauern eine Panzersperre vor Mixdorf auszugraben, aufzuladen und zum Sägewerk zu fahren. Das waren gewaltige Stämme, die wir mit zwei Mann und zwei Pferden mit Hilfe von Wagenhebern und Ketten bewältigt haben. Der Tischler Otto Heinze hatte für die damaligen Verhältnisse eine sehr moderne Werkstatt. 1940 waren die alten Maschinen mit Gasmotor und Transmissionsriemen abgebrannt und durch moderne ersetzt worden, die alle einen eigenen Elektromotor hatten.

Go west

Inzwischen war auch mein Freund Edgar eingetroffen, und wir kauften die Fahrkarten nach Oebisfelde. Bis ganz an die Grenze konnten wir nicht fahren, weil dort die Bahnhöfe streng kontrolliert wurden. So stiegen wir eine Station vorher aus. Wir haben dann mit unseren Rucksäcken nachts den Weg zu Fuß gemacht und die Grenze erreicht, die damals noch von Russen mit Hunden kontrolliert wurde. Eine Grenzlinie war nicht zu erkennen, aber wir gingen immer in Richtung Westen. Als wir meinten, weit genug von der Grenze entfernt zu sein, legten wir uns übermüdet in eine Roggenstiege und schliefen. Anschließend fragten wir einen Mann, wo es zum Bahnhof gehe. Wir waren erleichtert, als er uns bestätigte, dass wir im Westen seien. Wir kauften uns eine Fahrkarte nach Hannover und wollten weiter zu meiner Cousine Ursel nach Hessisch Oldendorf. Dort schliefen wir eine Nacht auf dem Fußboden in der Küche, da sie zusammen mit ihrem Mann auch nur in einer kleinen Wohnung der Schwiegermutter lebte. Ihr Mann Alfred, der bei der Stadtverwaltung tätig war, klärte uns über die nötigen Formalitäten auf. Uns beim Durchgangslager Uelzen zu melden, habe keinen Zweck, da dort alles überfüllt sei und Niedersachsen keine Flüchtlinge mehr aufnähme. Bessere Aussichten hätten wir in Wipperfürth, da im Rheinland bessere Arbeitsbedingungen gegeben seien. Auf dem Wege dorthin wollten wir noch in Warendorf Tante Else, eine Cousine meiner Mutter, und Onkel Adolf besuchen. Sie waren bei einem Bauern untergekommen. Onkel Adolf, früher Hauptmann bei der berittenen Polizei, schlief in der Knechtekammer auf der Diele über dem Pferdestall. Tante Else hatte ein Bett in der Mägdekammer. Da die Polizei ihn nicht wieder einstellen wollte, ging er vorzeitig in Pension. Nachdem wir mit Butterbroten und etwas Fahrgeld versehen worden waren, fuhren wir am nächsten Tag nach Wipperfürth. Unterwegs musste ich im Zug wohl eingeschlafen sein. Jedenfalls war meine Brieftasche aus der Joppe weg! Anständigerweise hatte der Dieb meinen Gesellenbrief zu meinen Eltern nach Müllrose geschickt. Im Lager Wipperfürth wurden wir registriert und bekamen einen Westausweis. Wir schliefen in einem großen Saal auf Strohsäcken. Wenn wir zu Behörden mussten, hat immer einer von uns auf die Rucksäcke aufgepasst, die wir nachts unter dem Kopf hatten. Auf dem Arbeitsamt sah es für Handwerker schlecht aus. So blieb nur die Arbeit in der Landwirtschaft. Nach zwei Tagen nahmen wir dann eine angebotene Stelle bei einem Bauern in Oberdrees bei Rheinbach im Bonner Raum an. Wir waren enttäuscht, dass Rheinbach so weit vom Rhein weg war.

Bauernknecht

Am 13. Mai 1949 kamen wir auf dem Bahnhof in Rheinbach an und liefen mit unserem Rucksack nach Oberdrees, wo ich mich auf dem Bauernhof K... meldete. Meine Unterkunft war eine unbeheizte Kammer über dem Schweinestall. Das Mobiliar bestand aus einem Bett, einem Schrank und einer alten Treckerbank. Gewaschen habe ich mich unter dem kalten Wasserahn in der Waschküche. Samstags wurde im Schweinestall eine Holzwanne aufgestellt, ein Kessel Wasser heiß gemacht, und man konnte zu einer festgesetzten Zeit baden. Frau K... war Witwe. Ihr Mann war in den letzten Kriegstagen mit dem Trecker auf eine Miene gefahren. Ihr Sohn Joseph war etwas jünger als ich und spielte den Chef. Außerdem waren noch die beiden Töchter im Hause. Die ältere Tochter war Kriegerwitwe und hatte ihren Hof in der Altmark verloren, die jüngere war mit einem Gutsbesitzer aus dem Nachbardorf befreundet und hoffte, dass er sie heirate. Zur „Herrschaft“ gehörte auch noch ein entlassener Soldat aus Ostpreußen. Sein Vater war früher Hotelbesitzer gewesen, und er hatte während des Krieges dort im Quartier gelegen. Die Herrschaft aß die Mahlzeiten im Wohnzimmer und wenn abgeräumt wurde, bekamen wir, Anna und ich, manchmal auch noch Arbeiter aus dem Dorf in der Küche unser Essen. Anna war Flüchtling aus Schlesien und hatte einen fünfjährigen Jungen, der von einem Russen stammte. Ich hatte morgens die vier Pferde zu putzen und zu füttern. Es waren schwere Belgier, die hart arbeiten mussten, besonders beim Pflügen auf dem schweren Lehmboden. Anschließend gab es Frühstück. Nach dem Frühstück fuhren wir auf die Felder, um Futter für die Kühe zu holen. Die Felder lagen sehr weit auseinander, da Frau Kleefuß mehrere Hektar mit in die Ehe gebracht hatte. Die Kühe standen das ganze Jahr über im Stall, und das Jungvieh lief auf dem Misthaufen herum und wurde dort gefüttert. Es gab einen leichten Trecker, der aber nur zum Mähen des Futters gebraucht wurde. Das Gemenge, Klee und Seradella, mussten wir zusammenharken und auf einen einachsigen Wagen laden, der auf dem Hof abgekippt wurde. Wenig begeistert war ich von der Arbeit des Rübenverziehens. Es wurde mit der Hacke vorgearbeitet und dann auf den mit alten Säcken umwickelten Knien verzogen und nur eine Rübenpflanze stehen gelassen.

Sonntags gingen Edgar und ich zu Fuß nach Rheinbach zur Kirche. Die evangelische Kirchengemeinde war mit ihren Gottesdiensten in einer kleinen Klosterkapelle zu Gast. Inzwischen hatten wir uns aus alten Teilen ein Fahrrad zusammengebaut und beschlossen, an den Rhein zu fahren. Wir landeten in Remagen, wo mehrere Rheinschiffe am Ufer lagen und auf Schleppdampfer warteten. Ich fragte einen Schiffer, ob er nicht einen Matrosen gebrauchen könne. Er sagte ja, aber dann müsse ich spätestens in zwei Tagen anfangen, weil dann der Dampfer käme. Auch für Edgar war auf dem Nachbarschiff eine Stelle frei geworden, und wir fuhren glücklich nach Oberdrees zurück. Als ich kündigte, gab es mit Jupp Kleefuß eine handgreifliche Auseinandersetzung, die seine Mutter aber dann schlichtete. Ich nahm Abschied von meiner Kammer mit den russischen und polnischen Beschriftungen an der Holzwand und schrieb an einer freien Stelle das Goethe-Zitat hinzu: „Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht, wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht.“ Dann fuhren wir mit dem Bus nach Remagen, weil Jupp mir das Rad weggenommen hatte.

Rheinschiffer

Mein Schiff hieß „Helene“, war etwa 70 Jahre alt und konnte 1.200 Tonnen laden. Da es mehrere Helenen gab, musste der Heimathafen Altrip, ein kleines Dorf am Oberrhein, hinzugefügt werden. Es gehörte einem Reeder in Gernsheim, der es von seiner Mutter Helene geerbt hatte. Diese Schiffseigner nannte man im Gegensatz zu den großen Reedereien mit mehreren Schiffen Partikuliere. Im hinteren Teil des Schleppkahns wohnte Schiffmann Otto Müßig aus Hasmersheim am Neckar mit seiner Frau, und vorne wohnte ich zusammen mit dem Matrosen Wilhelm Trunk aus Bad Dürkheim, wo auch seine Familie lebte. Die Arbeit war sehr vielseitig, und ich habe viel Neues hinzugelernt. Wir kochten beide immer wöchentlich abwechselnd. Ich wurde wegen der Größe des Schiffes zwar als Matrose geführt, bekam aber nur den Lohn eines Schiffsjungen. Die erste Zeit gab es noch Lebensmittelmarken, aber bald konnte man alles frei kaufen – wenn man Geld genug hatte. Ich war ein Jahr auf der „Helene“ und bin siebenmal den Rhein rauf und runter gefahren und interessierte mich für alle Städte und Burgen, die ich vom Schiff aus sah. Wir haben in Duisburg oder manchmal auch in einem Kanalhafen Kohle geladen. Öfter mussten wir wegen der niedrigen Brücken das Steuerhaus abbauen. Es waren schlechte Zeiten für die Schiffer, und wir haben oft drei Wochen auf Ladung gewartet. Dann wurden wir von einem kleinen Hafendampfer auf den Rhein geschleppt und haben dort Anker geworfen, bis genügend Schiffe für einen Schleppzug beisammen waren. Es kam dann der Raddampfer vorbei und gab jedem Schiff ein Schleppseil, das an den vorderen Pollern festgemacht wurde. Wenn der Dampfer dreimal tutete, ging die Fahrt los, und wir mussten den Anker hochwinden. Nachts ruhte der Verkehr auf dem Rhein. Tagsüber musste ich entweder steuern, anstreichen oder zusammen mit dem Matrosen mit Hilfe eines Eimers an einer Leine und eines Schrubbers das Deck waschen. Ich lernte Backbord und Steuerbord zu unterscheiden, in Steuerbord ist ein r enthalten, also rechts in Fahrtrichtung mit grünem Licht. Außerdem war der Schlager populär: „Das rote Licht an Backbord ist die Liebe, das grüne Licht an Steuerbord das Glück“ So ging die Fahrt bis St. Goar, wo wegen der Hungersteine im Fahrwasser ein Lotse an Bord kommen musste. Er fuhr bis Kaub mit, wo durch das Binger Loch ein anderer Lotse an Bord kam. Dabei erfuhren wir immer Neuigkeiten, da wir an Bord weder Zeitungen noch Radio hatten. Es waren 1949 und 1950 sehr heiße Sommer und der Rhein führte wenig Wasser, so dass wir das Schiff nicht voll beladen konnten. Normalerweise hat der Rhein auf 100 m einen Meter Gefälle. Im Binger Loch beträgt das Gefälle jedoch auf zehn Meter einen Meter. Da wurde der Schleppzug aus etwa sechs Schiffen geteilt, oder wir bekamen einen zweiten Dampfer als Vorspann. In die zwei Felsbarrieren beim Mäuseturm am Binger Loch hat man für die Bergfahrt zwei Löcher von 10 m Breite gesprengt. Die Talfahrt ging nebenan durch das „Neue Fahrwasser“, wegen der besseren Steuerungsmöglichkeit immer mit vier Schiffen gleichzeitig, jeweils zwei parallel aneinander vertäut. Einmal hatte sich das Schiff vor uns losgerissen, weil sich ein Seil in unsichtbaren Brückentrümmern verfangen hatte. Unser Kahn bekam am Bug eine Beule und musste für mehrere Wochen in eine Werft. Im Winter hatten wir immer genug Kohle zum Brennen an Bord. Manchmal tauschten wir auch welche bei Winzern gegen Wein ein. Neujahr lagen wir in Gernsheim, und ein Matrose von einem anderen Schiff unseres Reeders nahm mich mit zu sich nach Hause. Dort gab es Wellwurst und jungen Wein, dessen Wirkung ich noch nicht kannte. Es ist mir heute noch ein Rätsel, wie ich die schmale Planke ohne Geländer wieder heil an Bord gekommen bin. Da wir wegen des Eisgangs nicht fahren konnten, musste ich draußen bei 10° Kälte Rost klopfen. Ich lebte sehr sparsam und wollte mir endlich meinen ersten Anzug kaufen. Da das Geld aber nicht reichte, gab mir der Schiffsmann einen Vorschuss, den ersten in meinem Leben. Ich hatte zeitweilig auch einen Hund zu versorgen, der mir zugelaufen war, aber eines Tages auch wieder verschwand. Bei einem Gespräch mit dem Schiffer eines in Duisburg neben unserem liegenden Schiffes bot der mir höheren Lohn an. Der Schiffer der Helene meinte, ich müsse erst noch die Reise bis Ludwigshafen mitmachen, weil er so schnell keinen Ersatz bekomme. Von Ludwigshafen aus bin ich dann mit dem Zug nach Duisburg zurückgefahren und musste auch noch für meinen Hund den halben Fahrpreis entrichten. Dort sagte mir dann jedoch der Schiffer, dass er mich nun so schnell doch noch nicht gebrauchen könne. Da stand ich nun ohne Wohnung und ohne Arbeit. Einige Nächte kam ich bei Verwandten eines Matrosen auf dem Sofa in der Küche unter. Dann lernte ich einen Matrosen kennen, der beschlagnahmte belgische Schiffe in einem abgelegenen Hafenbecken bewachte. Der bot mir an, dass ich auf einem dieser Schiffe übernachten könne, wenn ich ihm etwas bei seiner Arbeit hülfe. Ich ging jeden Tag zum Arbeitsamt und fragte nach einer freien Stelle.

Eines Tages hatte ich Glück und konnte auf dem Hafendampfer „Luise“ von Ruhrort anfangen, einem schon reichlich betagten Schiff von etwa 80 Jahren. Es gehörte dem Reeder Hermann Kawater. Der stand den ganzen Tag zusammen mit anderen Reedern vor dem Haus des Schifferbetriebsverbandes und wartete auf eine Schleppfahrt. Vorne im Schiff war die Kapitänskajüte des Kapitäns Laux. Er benutzte sie aber nur zur Mittagsruhe, da er nachts zu Hause schlief und jeden Morgen mit dicker Aktentasche an Bord kam. In der Tasche hatte er sein Kochgeschirr und die Brote für den Tag. Man nannte diese Sorte Schiffsführer immer etwas herablassend „Henkelmannkapitäne“. Ansonsten saß er fast den ganzen Tag zusammen mit anderen Kapitänen in einem der Steuerhäuser und diskutierte. Wir beide hatten öfter Meinungsverschiedenheiten, da mir sein herablassender Kommisston nicht gefiel. Mit dem Maschinisten Grundmann verstand ich mich gut. Er war früher auf großen Dampfern in der ganzen Welt herumgekommen und konnte spannend erzählen. Er wohnte außerhalb von Duisburg und kam jeden Tag mit einem Moped zur Arbeit. Am Markttag hatte er einen Anhänger mit Gemüse dahinter und brachte auch seine Frau mit, denn sie hatten zu Hause eine Gärtnerei. Der Maschinist erklärte mir die vielen Leitungen und Ventile, und einmal haben wir eine Nacht lang die ganze Dampfmaschine auseinandergenommen, weil ein Lager erneuert werden sollte. Am nächsten Tage musste das Schiff ja wieder fahrbereit sein. Meine Aufgabe war es, die Kohle zu beiden Seiten des Kessels vorzuholen und ins Feuerloch zu werfen, damit immer genug Dampf vorhanden war. Eine Toilette gab es auf der Luise nicht. Das Geschäft wurde auf der Kohlenschippe erledigt und dann ins Feuer geworfen. Wenn wir im Hafen lagen, musste ich das Schiff mit Schrubber und Wassereimer waschen oder mit Teer oder Farbe streichen. Wenn wir schleppten, musste ich die Schleppseile einhängen, beim Steuern helfen und vor den Brücken den Schornstein schnell umlegen und anschließend wieder hochziehen, damit nicht zu viel Rauch ins Steuerhaus kam. Viel zu fahren gab es in den ersten Nachkriegsjahren nicht, gelegentlich mal ein Kiesschiff von der anderen Rheinseite oder ein Kohleschiff aus den Rheinhäfen. Unseren größten Auftrag hatten wir in Wesel, wo wir den Engländern beim Manöver halfen, als sie eine Pontonbrücke über den Rhein bauten. Als an einem Sonntag die Arbeit ruhte, packte mich die Abenteuerlust, und ich bin über den Rhein geschwommen, der hier bei Wesel ziemlich breit war und eine starke Strömung hatte. Bei Mainz hatte ich den Rhein schon einmal schwimmend überquert. Die Abende alleine an Bord waren ziemlich öde für mich. Ich bin dann manchmal nach Duisburg gelaufen und habe mir Schaufenster angesehen und mir ein Bier getrunken.

Auf der Walz

Nachdem ich ein Jahr lang den Rhein kennen gelernt hatte, interessierte mich auch die Nordsee. Ich wusste allerdings nicht, dass es mit Arbeit in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wegen der vielen Flüchtlinge viel schlechter aussah, als im Ruhrgebiet.

So kaufte ich mir für 20 DM ein gebrauchtes Fahrrad und fuhr in Richtung Norden los, pro Tag etwa 20 km. Nach einigen Tagen war der Hinterradreifen hinüber. Ich wog ja nicht viel, aber der schwere Rücksack drückte hinten auf das Rad. Geld hatte ich nicht, aber noch eine Büchse Kakao, die mir ein englischer Soldat während unseres Manövereinsatzes in Wesel geschenkt hatte. In jedem Ort zeigte ich bei den Tischlern meinen Gesellenbrief vor und fragte nach, ob sie Arbeit für mich hätten.

Wenn sie keine Arbeit hatten, bat ich um eine Scheibe Brot und ein Zehrgeld, wie es Handwerksbrauch war. Meistens bekam ich eine oder zwei Mark. Nachts schlief ich in Roggenstiegen, denn es war ein warmer Sommer, oder auch mal in einem Spritzenhaus, wo immer einige Pritschen vorhanden waren. So kam ich bis Cuxhaven, wo ich in der Jugendherberge Unterkunft fand, die damals in der Festung Kugelbake untergebracht war. Ich besuchte dann meine Cousine Gerlinde Arndt, die inzwischen von Berlin nach Cuxhaven umgezogen war und hier den Segelmacher Herbert Blohm geheiratet hatte. Durch die Heirat und wegen ihrer Tochter Ingrid hatten sie eine klitzekleine Neubauwohnung erhalten, denn Cuxhaven war als ehemaliger Hauptmarinestützpunkt größtenteils zerstört gewesen. Auch im Hafen sah es traurig aus, da die Schiffe entweder versenkt oder an die Engländer abgeliefert worden waren und die Werften nur die nötigsten Reparaturen durchführen durften. Für alles mussten die Engländer ihre Genehmigung erteilen. Gerlinde begleitete mich noch zur Elbfähre nach Brunsbüttel und schenkte mir das Fahrgeld. Auf der anderen Elbseite fuhr ich mit der Kanalfähre über den Nordostseekanal, von dem wir im Erdkundeunterricht einen Film gesehen hatten, in dem mich besonders die 30 m hohe Eisenbahnhochbrücke bei Rendsburg mit ihrer Schleife beeindruckt hatte. In einem Ort gefiel mir ein Kriegerdenkmal auf dem Markt mit dem Spruch: „Wanderer, der du hier verweilst, falte still die Hände, denke, eh du weitereilst, einmal an dein Ende. Suchst du eigenen Gewinn, wirst du rastlos wandern. Diese gaben alles hin für die Not der Andern.“ Auch vom Freiheitskampf der Dittmarscher Bauern gegen die Eiserne Garde des Erzbischofs von Bremen hatten wir im Geschichtsunterricht gehört, und so besuchte ich die „Dusenddüwelswarft“. So kam ich bis Heide, wo eine Schwester und die Mutter meiner Tante in Hohenwalde wohnten, die ich schon in Müllrose kennen gelernt hatte. Dort machten wir mit den Fahrrädern Ausflüge zu den Kögen im Wattenmeer und zum Großsteingrab in Albersdorf, von denen ich schon im Erdkundeunterricht gehört hatte. In Friedrichsstadt, einer freundlichen Holländersiedlung, hatte es mir die Pumpe auf dem Marktplatz angetan, die auf jeder Seite einen Spruch trug. In Erinnerung geblieben ist mir: „Drink all dag Water und holt sik rin, so ward sik de Engeln in Himmel frien.“ Dann fuhr ich weiter nach Husum, wo ich mich für Theodor Storm und das Nissenmuseum, das ein reich gewordener Auswanderer seiner Heimatstadt gestiftet hatte, interessierte. Von Husum radelte ich nach Flensburg an die Ostsee und fand eine schöne, völlig unzerstörte Stadt. Hier war der Krieg mit der Kapitulation durch Dönitz zu Ende gegangen. Ich fuhr wieder in Richtung Süden und kam nach Rendsburg, wo es mir das Lornsen-Denkmal antat, das nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 errichtet worden war. Als Küstriner Schüler hatten wir viel von Pionier Klinke gehört, der sich bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen selber mit dem Pulver in die Luft gesprengt hatte, weil man vergessen hatte, eine Lunte mitzunehmen. Jetzt musste ich wieder über den Kaiser-Wilhelm-Kanal und benutzte dazu die Hängefähre unter der Eisenbahnbrücke. Bis auf den heutigen Tag sind alle Kanalfähren kostenlos zu passieren, weil der Kanal bei seiner Erbauung die bestehenden alten Straßenverbindungen durchtrennt hatte. So landete ich schließlich in Hamburg. Aber die Stadt war damals noch ein einziger Trümmerhaufen. Die dortige Jugendherberge war ein Dreckstall. Als ich mich beim Herbergsvater darüber beklagte, entgegnete er mir, ich solle mich an die Stadtverwaltung wenden, die zögere einen geplanten Neubau seit Jahren hinaus. Hamburg hielt mich nicht lange. Ich fuhr weiter südwärts nach Hannover. Unterwegs lernte ich einen Kumpel kennen, der mir zeigen wollte, wie man schneller vorankommt, indem man sich an die damals noch recht langsam fahrenden Lastautos anhängt. Nach etwa zwei Stunden hatte ich ihn überholt, weil sich inzwischen die Polizei mit ihm unterhielt. Hannover war auch schwer zerstört und gefiel mir auch nicht. So kam jetzt der für mich schwierigste Teil meiner Wegstrecke über den Deister, wo ich mein Rad viele Kilometer bergan schieben musste. Bis nach Springe ging es dann wieder bergab, und dann kam kurz vor Altenhagen noch mal ein kleiner Berg. Ich schob mein Rad durch das Dorf Altenhagen I, das am Hang des Kleinen Deisters lag und suchte nach Tischlereien.

Eines Tages verspürte ich mal wieder Fernweh und sattelte meinen Drahtesel. Es sollte nach Bremen gehen, das ich noch nicht kannte. Die Stadt war schwer zerstört, aber schon wieder gut aufgeräumt. Ich suchte mir eine Unterkunft in der Jugendherberge, die damals auf dem Segelschulschiff DEUTSCHLAND im Europahafen untergebracht war. Ich sah, dass an Bord viele Leute rumwerkelten, einige auch in richtigen Matrosenanzügen, wie ich sie als kleiner Junge getragen hatte. Ich fragte dann Kapitän Hattendorf, ob er mich nicht auch als Schiffszimmermann gebrauchen könne. Er meinte dann, dass es wohl etwas zu hoch gegriffen sei, aber als Schiffsjunge könne ich anfangen. So ging ich zum Amtsarzt, machte die nötigen Untersuchungen durch und holte mir vom Seemannsamt mein Seefahrtbuch. Soweit ich mich erinnern kann, bekam ich neben Unterkunft und Verpflegung 50 DM im Monat. Die Verpflegung erhielten wir zusammen mit den Jugendherbergsgästen, mal mehr, mal weniger. Da mussten dann immer Tische und Bänke aufgestellt und wieder weggeräumt werden. Nachts wurde der Raum als Schlafsaal benutzt, wozu die Hängematten an der Decke befestigt wurden. Manchmal kamen auch größere Gruppen zu Gast, und auch wir Schiffsjungen erhielten Zuwachs, einmal vier Kadetten vom Norddeutschen Lloyd, die bei uns Seemannsbeine bekommen sollten.

Die Stammbesatzung bestand aus Kapitän Hattendorf, der aber zu Hause bei seiner Frau wohnte und an Bord den Salon und die Kapitänskajüte im Achterschiff hatte, alles in feinstem Mahagoniholz getäfelt. Außerdem gehörten zur Stammbesatzung noch der Segelmacher, ein Freiherr von Kieseritzky, der in seiner Jugend von seinem polnischen Gut getürmt war und schon viele Fahrten der DEUTSCHLAND mitgemacht hatte, die 1927 bei Blohm & Voss erbaut worden war.

Da gab es noch den Maschinisten Gerdes aus der Braker Gegend, der für Technik und Elektrik zuständig war. Da das Schiff mit einem Elektroaggregat für 110-Volt-Spannung eingerichtet war, wir aber den Strom vom Elektrizitätswerk von Land mit 220-Volt-Spannung bekamen, musste man bei den elektrischen Geräten immer aufpassen, wenn umgeschaltet wurde. Außerdem war da noch der Bootsmann, der aus Cuxhaven stammte und die Köchin für die Jugendherberge, eine Kriegerwitwe mit ihrem Sohn. Sie alle wohnten im Achterschiff in den Offizierskammern.

Wir Jungen konnten jetzt in die sogenannten Unteroffizierskammern mit mehreren doppelstöckigen Kojen in einen Raum im Vorderschiff einziehen. Zu unserer Gruppe gehörten Pidder, der Maler, ein Hilfsarbeiter und die vier Kadetten vom Norddeutschen Lloyd. Neben mir gab es noch einen Tischler, Dietmar Wolff, der aber zu Hause in der Neustadt wohnte.

Wir hatten eine kleinen Werkstatt mit Hobelbank und führten kleinere Holzreparaturen durch. Wir beiden Tischler haben uns gut verstanden. Dietmar hat später noch ein Studium aufgenommen und wurde Geschäftsführer der Handwerkskammer in Hoya und später in Wiesbaden.

Gelegentlich musste ich zusammen mit den Kadetten bei der Decksarbeit helfen. Da mussten wir mit Ziegelsteinen, sogenannten „Gesangbüchern“ – weil früher bei dieser Arbeit gesungen wurde - das Teakholzdeck scheuern. Später kam ein Linoleumbelag darauf und heute ist es durch ein völlig neues Teakholzdeck ersetzt. Wir wurden auch in die 30 m hohen Masten und in die Rahen gejagt, und ich lernte den Unterschied zwischen Wanten und Pardunen, sowie die Namen der Masten: Fock-, Groß- und Kreuzmast, denn die DEUTSCHLAND war ein Vollschiff ohne eigenen Besanmast. Auch Spleißen und Knoten machten mir Spaß. Aber das konnte ich ja alles schon von meiner Rheinschifffahrtszeit, obwohl die Seeleute etwas verächtlich von den Süßwassermatrosen sprechen. Ich wollte aber gerne richtig zur See fahren und andere Länder sehen.

Ich sprach mit Kapitän Hattendorf darüber, zu dem ich ein gutes Verhältnis hatte und das auch später noch viele Jahrzehnte anhielt, als er Werftkapitän bei Stülken in Hamburg war und ich im Rauhen Haus studierte und als er Geschäftsführer des Deutschen Schulschiffsvereins wurde und ich wenige Straßen weiter beim Diakonischen Werk in Bremen arbeitete. Der Kapitän versprach mir, dass er sich mal umhören wolle, denn es gab damals nur eine Handvoll deutscher Schiffe. Nicht weit von uns entfernt lag die PAMIR, ein stolzer Viermaster. Ich hatte gehört, dass dort ein zweiter Schiffszimmermann gesucht werde. Aber als ich nachfragte, war die Stelle gerade zwei Stunden vorher besetzt worden und mein Traum zerplatzt. Später dachte ich manchmal daran, wozu es gut war, denn es war die letzte Fahrt der PAMIR und nur wenige der Besatzung haben überlebt.

Eines Tages rief mich Kapitän Hattendorf und sagte zu mir: „Seemann, ich habe ein Schiff für dich, du musst dich aber beeilen, die wollen bald auslaufen.“ Es war die ANTON WILHELM, ein fast neues Küstenmotorschiff mit 500 BRT und fünf Mann Besatzung im Vorschiff. Im Achterschiff wohnte der Eigner und Kapitän Wilhelm Boyksen, sowie der Steuermann. Ich war mit 22 Jahren der „jüngste Moses“, da ich noch keine Fahrzeiten in meinem Seefahrtbuch hatte, obwohl ich älter war als die anderen Schiffsjungen und Matrosen. So wurde ich erst mal in die Kombüse geschickt und sollte für die Besatzung kochen. Der Steuermann hatte Buttermilchsuppe angeordnet, aber die zerrann und wollte nicht dick werden. Als er zur Kontrolle kam, hat er sie über Bord gegossen, und ich musste zusehen, wie er so etwas kochte.

Das Schiff wurde von einem Kran mit Paletten voller Kartons mit Becksbierdosen beladen, die für die belgischen Kolonien bestimmt waren. Die Ladearbeiten verrichteten die Schauerleute. Wir mussten nur aufpassen, dass keine Schäden am Schiff entstanden.

Mit ablaufendem Wasser ging die Fahrt weserabwärts und dann nach Antwerpen, wo die Fracht in große belgische Schiffe umgeladen wurde. Da pulsierte das Leben im Hafen. Leider bin ich aber nicht in die Stadt gekommen. Ganz in unserer Nähe lag das katholische Seemannsheim „Stella Maris“, wo man ein Bier trinken und auch nach Schallplattenmusik mit den Mädchen tanzen konnte. Leider wurde die nette Stimmung durch einen betrunkenen norwegischen Seemann gestört, der unbedingt eine Schlägerei anfangen wollte, als er hörte, dass wir deutsch sprachen. Es war schon spät geworden, und ich hatte mich im Hafen verlaufen. Da sah ich an der gegenüberliegenden Kaimauer unser Schiff liegen. Da ich nicht noch einmal das ganze Hafenbecken zurücklaufen wollte, zog ich mich aus, nahm meine Kleidung als Bündel über den Kopf und schwamm auf die andere Seite.

Leider war in Antwerpen keine Fracht zu bekommen, und so fuhren wir mit dem leeren Schiff nach Hamburg. Unterwegs gerieten wir in einen schweren Sturm mit Windstärke 10. Da hat sogar der Kapitän die Fische gefüttert. Ich musste dann hinterher alles aufwischen, obwohl mir selber hundsübel war. Ich bekam allerhand Ratschläge gegen die Seekrankheit, wie z.B. Brot mit Rum. Als wir die Elbe hochfuhren, sagte ich zum Kapitän, dass es wohl doch nicht der richtige Beruf für mich sei, wofür er auch Verständnis hatte. Die anderen Besatzungsmitglieder sagten etwas traurig zu mir: „Du hast wenigsten schon einen richtigen Beruf, in dem du an Land Arbeit findest, aber wir müssen auf Gedeih und Verderb durchhalten."

Ich brachte meine Seekiste, die ich mir auf der DEUTSCHLAND gebaut hatte, mit meinem Werkzeug zum Güterbahnhof und fuhr mit dem Rad wieder in mein Zuhause nach Altenhagen I und meldete mich tags darauf wieder beim Arbeitsamt.

Gott ist Sonne und Wind, doch das Steuer, dass ihr den Hafen gewinnt, ist euer!“

Als sich später herausstellte, dass es nicht mehr genügend deutsche Seeleute gibt, die den Bestand der Seekasse als Rentenversicherungsträger garantieren können, wurden alle Leute, die irgend wann, wenn auch nur kurz, einmal zur See gefahren waren, in die Zuständigkeit der SBG gegeben, so dass ich heute von dort mein Altersruhegeld beziehe und dadurch immer wieder an meine kurze viermonatige Seefahrtzeit erinnert werde.

Diakonenausbildung im Rauhen Haus in Hamburg

Als ich am 9. April 1954 per Anhalter und ohne Geld im Rauhen Haus ankam, meldete ich mich im Büro im Haus Tanne und wurde ins „Auffanglager“ geschickt. Das war ein langgestrecktes Dachzimmer über dem Altenheim im Haus „Goldener Boden“. Es war ein Kommen und Gehen unter den Diakonenanwärtern. Von den etwa 30 „Probebrüdern“ waren wir nach fünf Jahren beim Examen nur noch mit 9 übriggeblieben. Ich bekam in der Wäscherei Hose, Jacke und Schürze aus blauem Leinenstoff und musste mich bei Inspektor Füßinger zur Arbeitseinteilung melden.

Er fragte mich, welchen Beruf ich erlernt habe. Sicherlich wusste er es bereits aus meiner Bewerbung. Als er meine Antwort hörte, ich sei Tischler, ging ein Leuchten über sein Gesicht, und er schickte mich in die Tischlerei, wo ich helfen sollte, ein neues Pappdach auf die Ruine des ehemaligen Handwerkerhauses zu montieren. Es stand an der kleinen Pforte zur Horner Straße, dort, wo heute die Fachhochschule steht. Meister Lawiscek, der die Tischlerei (ein Raum mit Hobelbank und Kreissäge) vom Rauhen Haus gepachtet hatte, war ein netter Mann, nur leider hatte er immer einen zu großen Durst. Er sagte dann in gewissen Abständen: „Machen Sie mal alleine weiter. Wenn Füßinger kommt: Ich hole Nägel.“ Die Arbeit am Dach machte mir Freude, aber eines Tages war es fertig.

Die Mahlzeiten mussten wir Probebrüder morgens, mittags und abends, sauber angezogen, zusammen mit dem Vorsteher, Pastor Donndorf, und seiner Frau im Haus Tanne einnehmen. Meistens waren auch die Brüder Füßinger und Niemer, der die Verwaltung und das Altenheim leitete, zugegen. Es wurden vor und nach dem Essen Tischgebete gesprochen, morgens auch eine Andacht gehalten. Am Abend fand täglich eine Andacht für alle Anstaltsbewohner im Wichernsaal statt, die einer der älteren Ausbildungsbrüder zu halten hatte. Mitunter nahmen uns Herr oder Frau Pastor Donndorf nach Tisch einzeln in eine Ecke und erläuterten uns, was sie an unserer Haltung bei Tisch zu beanstanden hatten. Bedient wurden wir von den „Haustöchtern“, die im Haus Tanne der Aufsicht von Frau Pastor Donndorf und in der Großküche Frau Füßinger unterstanden. Einige Leute sahen in ihnen zukünftige Diakonenfrauen. Aber Bruder Füßinger gab uns den Rat: „Zwischen einem Bruder und einer Haustochter steht am besten immer ein breiter Tisch.“ So lernte ich allmählich die Hierarchie und Subkultur einer Anstalt zu begreifen.

Bei der täglichen morgendlichen Arbeitseinteilung sagte dann Bruder Füßinger zu mir: „Gehen Sie zu meiner Frau in die Küche.“ Die befand sich damals im Keller der Ruine der ehemaligen Wichernschule, worüber man im Hochparterre einige ehemalige Klassenräume notdürftig als Esssäle mit Schichtbetrieb und begrenzten Essenzeiten hergerichtet hatte. Das Kommando in der Küche hatte Fräulein Harms, eine hünenhafte blonde Holsteinerin, die mit schriller Stimme und scharfer Zunge immer an den spitzen Stein stieß. Sie zeigte mir die schweren Aluminiumtöpfe, die an einem Wasserkran gescheuert werden mussten. Zwischendurch riss sie mich in die Gegenwart zurück: „Bruder Franke, Sie müssen Kohle aufs Feuer werfen, ich kann sonst nicht kochen. Frau Füßinger, verantwortliche Küchenchefin und ehemals als Haustocher aus Westfalen ins Rauhe Haus gekommen, verrichtete ihre Arbeit geräuschlos, aber mit wachsamen Blicken auf Haustöchter und Küchenbrüder. Füßinger stammte aus München. Er wurde nach seinem Examen sofort Erziehungsinspektor im Rauhen Haus und hatte seither außer der zwangsweisen Militärzeit im Krieg bei der Marine nie etwas anderes gesehen. Eine Sage aus grauer Vorzeit berichtete, er soll die damalige Haustochter Elisabeth Holve aus Hemer morgens zwischen Tür und Angel gefragt haben: „Wenn Sie meine Frau werden wollen, dann überlegen Sie es sich, bis heute Abend erwarte ich Bescheid.“ Beide hatten eine raue Schale, wahrscheinlich eine Isolierschicht gegen zu enge Freundschaften. Als er später als Brüderältester nebenbei auch noch unsere Anstellungsverträge aushandelte, hat er viel für uns herausgeholt. Zu den Mahlzeiten musste ich weiterhin pünktlich in sauberer Kleidung im Speiseraum der Tanne erscheinen.

Brüderhof

Nach einigen Wochen sagte Füßinger nach dem Abendbrot zu mir: „Packen Sie Ihre Sachen und machen Sie sich fertig. Sie kommen zum Brüderhof in Gehilfenstellung. Um 22 Uhr fahren wir los.“ Er fuhr grundsätzlich erst immer spät abends zum Katten- oder Brüderhof, den Zweiganstalten im Norden Hamburgs, weil dann kaum noch Verkehr herrschte und in der Anstalt keine großen Probleme mehr zu befürchten waren. Neben ihm saß dann meistens seine Frau, die ihn knuffte, wenn das Auto wegen seiner Übermüdung ins Schlingern kam. Auf den hinteren Sitzen fuhren ein oder zwei Brüder mit, die den VW-Bus auf den Höfen zu ent- und beladen hatten. Es war erstaunlich, was da alles hin- und her transportiert wurde: Milchpulver und Käse aus amerikanischen Spenden zu den Höfen und Fleisch ect. von den Höfen ins Rauhe Haus zurück. Gegen Mitternacht kamen wir auf dem Brüderhof bei Harksheide mitten im Moor an. Der Brüderhof galt in Jungbrüderkreisen als „Genickbrecherstation“, auf der nur wenige Praktikanten das ganze Jahr durchhielten. Ich habe später immer behauptet, dass Füßinger Glück mit mir hatte, weil er mich dort müde und im Dunkeln abgeladen hatte. Der Brüderhof war als Ersatz für den aufgegebenen Holstenhof gekauft worden und sollte die Ernährung im Rauhen Haus teilweise sichern helfen. Der sandige Acker und die Wiesen waren ziemlich wertlos. Nur das Moor hatte zeitweilig wegen des Torfstichs einen hohen Wert. Am Anfang der NS-Zeit waren dort junge jüdische Emigranten untergebracht, die auf ihre Auswanderung nach Palästina vorbereitet wurden. Wahrscheinlich infolge eines Lichtscheins hatten im Krieg englische Flugzeuge einige Bomben abgeworfen und mehrere Gebäude zerstört. So bestand der Brüderhof bei meiner Ankunft 1954 aus Kuhstall, Pferdestall und Scheune in einem massiven Gebäude und einem massiven Wagenschuppen.

Auf den Ruinen waren zwei alte Wehrmachtsbaracken errichtet worden. In einer derselben wohnten wir drei Praktikanten zusammen mit fünf älteren geistig Behinderten in Doppelstockbetten auf Strohsäcken.

In der anderen Baracke war die Küche untergebracht und rechterhand die Hausvaterwohnung für Bruder Dückert und seine Familie. Links befand sich ein kleines Altenheim, in dem auch die Mutter von Bruder Dückert wohnte, zwischendrin auch noch Vorratsräume und ein Zimmer für zwei Haustöchter. Jeder von uns hatte seine feste Aufgabe... Nach dem Frühstück wurde die Arbeit eingeteilt. Ich hatte meistens mit den beiden Pferden zu pflügen oder zu eggen. Oft mussten wir alle 8 Mann in den runden Silo einsteigen und das Gras festtreten, immer mit einer Schüssel Viehsalz zwischen den Lagen. Besonders unangenehm war die Arbeit des Rübenverziehens, aber das kannte ich ja schon vom Rheinland her... An einem schönen Sonntag wollte Bruder Dückert dem Bullen etwas Gutes tun und brachte ihn auf die Weide, mehrfach gut angepflockt. Aber schon nach einer Stunde lief er wieder auf dem Hof herum, es war ihm wohl alleine zu langweilig gewesen. Aus den Heckstangen hatte er Kleinholz gemacht und nahm alles Bewegliche auf die Hörner. Ich bin dann langsam auf ihn zugegangen und habe ihn wieder in seinen vertrauten Stall gebracht. Vor den Sommerferien, wenn die Kühe auf der Weide waren, mussten wir den Kuhstall scheuern, kalken und Doppelstockbetten für die Ferienkinder aus dem Rauhen Haus aufstellen. Dann kam für einige Wochen frohes Jugendleben auf den Hof, und auch das Essen wurde besser. Sonst gab es fast nur Steckrüben mit fettem Bauchfleisch, Milchpulversuppe und Missionskäse. Als ich mal mit Bruder Dückert über verschiedene Missstände sprach, entgegnete er mir: „Da müssen Sie sich bei Pastor Donndorf beschweren, ich kann hier nichts ändern.“ An besonders heißen Sommertagen vor der Ernte mussten wir trotz der Mückenplage ins Moor und Torf stechen. Glücklicherweise gab es eine Torfpresse mit Benzinmotor, so dass wir nur die fertigen Soden zum Trocknen aufzupacken brauchten. An einem verregneten Sonntagmorgen dachte ich, eine ruhige Ecke zum Lesen gefunden zu haben. Da kam Bruder Dückert nach dem Frühstück zu mir: „Heute können Sie mal die Kühe im Moor hüten. Wir müssen die Weiden für die Erntezeit schonen. Mittagessen bringen wir Ihnen raus.“ Es kam die Ernte. Wir hatten wohl einen alten Binder, aber keinen Trecker, da Bruder Dückert keinen Führerschein hatte. So wurde ich per Rad zu einem Leihunternehmer ins Nachbardorf geschickt, um einen Trecker auszuleihen, da ich den Führerschein IV für Trecker und Motorrad hatte. Das wurden stressige Tage: Bruder Dückert saß auf dem Binder und brüllte ständig. Ich wusste nie, ob er sich nur über den Binder ärgerte oder ob ich anhalten sollte... Und dann kam die Erlösung. Ich hatte wieder die beiden Pferde zum Pflügen eingespannt. Bei der Kontrolle stellte Bruder Dückert fest, dass ich einen Riemen am Geschirr nicht richtig festgemacht hatte. Er war seltsam friedfertig und brubbelte dann vor sich hin: „Es ist ja doch sinnlos, dass ich Ihnen das noch mal erkläre, heute Abend kommt Bruder Füßinger und holt Sie wieder ab. Ich wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen, aber um Bruder Schleeh tat es mir leid, denn wir hatten uns gut miteinander angefreundet. Am Abend kam dann Bruder Füßinger, und ich habe mich artig von Familie Dückert, den Alten, den Haustöchtern und den „mithelfenden Pfleglingen“ verabschiedet. – Der Brüderhof hat sich in späteren Jahren gewaltig verändert. Das Moor ist trocken gelegt. Auf den Äckern und Weiden wurden ein Psychiatriealtenheim und ein Kinderheim erbaut, und auf dem Hofgelände stehen heute die Gebäude des Verlages Agentur des Rauhen Hauses. Bruder Schleeh wurde später Pastor in Dithmarschen, Norderstedt und Eiderstedt, und es entstand eine lebenslange Freundschaft zwischen uns.

Cuxhaven - Oktober 1954 – Juli 1955

Einen Tag blieb ich im Rauhen Haus, um die Formalitäten im Büro und beim Einwohnermeldeamt zu erledigen. Ich fuhr mit meinem Rad zum Bahnhof und löste eine Fahrkarte nach Cuxhaven. Bruder Kernich wartete schon sehnsüchtig auf mich, denn er saß im Lehrlingsheim in der Donnerstiftung ganz alleine mit 40 Lehrlingen. Es waren viele Flüchtlingsjungen aus der Umgebung, die meistens auf den Werften Lehrstellen gefunden hatten. Daneben war Kernich noch Gemeindediakon an der großen Garnisonskirche mit Jugendarbeit, Posaunenchor und verschiedenen Hilfsvereinen. Meine Aufgabe war es, zunächst morgens um 6 Uhr Kaffee zu kochen und die Brote für die 40 Lehrlinge zu streichen und auszugeben. Vom Rauhen Haus hatte ich, wie alle Praktikanten, einen Zettel mit den Liedern und Bibelstellen mitbekommen, die wir zum Unterrichtsbeginn unbedingt auswendig können mussten. So lagen Bibel und Gesangbuch neben den Butterbroten. Die Küche befand sich im Keller, und alle Speisen mussten mit dem Handaufzug per Verständigung mit Klopfsignalen oder Rufen hochgezogen werden. Um 8 Uhr kam die Küchenbelegschaft, und ich konnte selber frühstücken. Anschließend hatte ich die vier Schweine mit den Essensresten und zusätzlichem Kraftfutter zu füttern und auszumisten. Zum Heim gehörte ein sehr großes Grundstück mit schwerem Kleieboden, wovon ein Teil Garten war. An einem Nachmittag meinte Bruder Kernich, ich stinke immer so nach Schweinestall und schenkte mir seine Saunakarte. Mit den Lehrlingen und seiner Jugendgruppe haben wir viele bunte Abende veranstaltet. An einem Nachmittag in der Woche musste ich zu Pastor Arno Poetzsch zum Vorbereitungskreis für den Kindergottesdienst. Er war der frühere Marineoberpfarrer und hatte schwere Zeiten im Krieg hinter sich. Besonders belastend für ihn war es, wenn er desertierte Matrosen zur Erschießung zu begleiten hatte. In seinem Bücherregal stand in einer Ecke ein Totenkopf, der mich immer etwas erschauern ließ. Er hat mir später zum Abschied mehrere Bändchen mit seinen Tischgebeten und Gedichten geschenkt. Einige seiner Lieder fanden Aufnahme im Evangelischen Gesangbuch. Bruder Kernich war aushilfsweise auch Organist. Im Winter stand eine größere Orgelreparatur an, und er meinte, dass es ganz gut sei, wenn ich dabei etwas mithülfe. So putzte ich mit Staubsauger und Lappen die Orgelpfeifen. Er hatte auch einen vorzeitig entlassenen Strafgefangenen an der Hand, für den er Bewährungshelfer war. Mit dem zusammen musste ich die Gehwegplatten neu verlegen. Außerdem musste ich jede Woche die Hamburger Kirchenzeitung an die Bezieher in Altcuxhaven verteilen. Freitags fuhr ich mit dem Fahrrad in den Fischereihafen zu Husmann & Hahn und holte einen großen Korb Fisch zum Mittagessen. Und dann kam die unvergessliche Nacht kurz vor Weihnachten 1954. Für die Deutsche Bucht war eine Sturmflutwarnung ausgegeben worden. Da unser Haus direkt hinter dem Deich lag, schleppten wir die wichtigsten Sachen aus Küche und Vorratsräumen ins obere Stockwerk. Aber bei der höchsten Flutzeit ebbte das Wasser 50 cm unter der Deichkrone wieder ab, und wir konnten in Ruhe Weihnachten feiern. Wir hatten im Keller einen eigenen Räucherschrank, für den ich einen Sack Sägespäne von Laubholz besorgen musste. Nach dem Schlachten zeigte mir Bruder Kernich dann, wie ich täglich Schinken und Würste im Rauch zu beobachten hatte. Im Frühjahr musste der Garten bestellt und bearbeitet werden, und dann kamen bald die Sommerferien, für die ich in der großen Turnhalle an der Straße die Doppelstockbetten für die Hamburger Jugendgruppen aufstellen musste, die wir noch zusätzlich zu verpflegen hatten. Bruder Kernich wollte mit seiner Frau und den drei Kindern gerne Urlaub machen, und so kam Bruder Giering mit Familie als „Autorität“ zur Vertretung. Er war Pastor der Flussschiffergemeinde in Hamburg und hatte viele Kinder, so dass er keine großen Sprünge machen konnte. Beide waren früher in der Stadtmission in Breslau tätig gewesen, und so konnte er während seines Urlaubs mit seiner Familie unentgeltlich in Kernichs Wohnung wohnen und essen. Für mich war meine Gehilfenstellung in Cuxhaven eine herrliche Zeit, wenn ich auch nur selten zum Baden an die Nordsee kam. Sie ging im Juli 1955 zu Ende. Ich verabschiedete mich von Bruder Norbert Mieck, der im Städtischen Versorgungsheim als Praktikant tätig war. Er war, zumal lange vor mir eingetreten, sehr traurig, dass er noch nicht in den Unterricht durfte, weil er angeblich noch zu jung war, und nun musste er noch ein Jahr auf den Brüderhof. Auch vom Praktikanten im Seemannsheim verabschiedete ich mich, dort waren traditionsgemäß immer Diakone vom Stephansstift in Hannover tätig. Da ich die ganze Zeit über noch keinen Urlaub gehabt hatte und täglich von Montag bis Sonntag im Dienst gewesen war, durfte ich zwei Wochen früher fahren, bevor der neue Praktikant ankam. Ich fuhr die Strecke Cuxhaven-Hamburg auf Umwegen mit dem Fahrrad zurück und besuchte meinen alten Freund Helmut Seevers aus der Volkshochschulzeit, der in der Nähe von Bremen auf dem Hof seiner Eltern wohnte und auch andere ehemalige VHS-Mitschüler. Ich half bei Reparaturen der Stallungen und verdiente mir so noch einige Mark nebenbei. Dann meldete ich mich fristgerecht wieder im Rauhen Haus zurück. Leider waren noch nicht alle Brüder aus ihren Gehilfenstellungen heimgekehrt, so dass der Unterricht erst am 22. August 1955 beginnen konnte. In den Wochen dazwischen musste ich den erkrankten Nachtwächter vertreten und das Rauhe Haus mit stündlichen Rundgängen bewachen.

Auf dem Gelände des Rauhen Hauses standen vor dem 2. Weltkrieg 29 Gebäude. Während des Krieges war es von der NSDAP beschlagnahmt worden und sollte Nationalpolitische Erziehungsanstalt werden. Pastor Donndorf und Bruder Füßinger hatten sich in der Stadt Wohnungen suchen müssen. In der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1943 wurden durch Brandbomben, die niemand rechtzeitig löschte, weil die Häuser größtenteils leer standen, 25 Gebäude zerstört. In den vier kleineren Häusern Tanne, Kastanie, Schönburg und Anker waren Luftschutzhelfer untergebracht, die in ihren Häusern die Brandbomben unschädlich machten.

1955 gab es außer den genannten, erhalten gebliebenen Gebäuden die Neubauten „Goldener Boden“ als Altenheim und „Ora et Labora“ mit dem Wichernsaal, in dem tägliche Andachten und Feiern stattfanden.

Der neuerbaute „Bienenkorb“ beherbergte die Wäscherei und die Duschräume. Die danebenstehende Bäckerei war verpachtet, belieferte aber das Rauhe Haus und beschäftigte Lehrlinge aus der Anstalt. Ein weiterer Neubau war die „Johannesburg“, die auf den Fundamenten des alten Hauses neu aufgebaut worden war. Dazu kam die „Fischerhütte“, eine alte Wehrmachtsbaracke aus Holz. Die Ruine der Wichernschule wurde als Küche genutzt. Darin befanden sich auch die Speisesäle und im 2. Stock die Wohnräume der Bewährungsfamilie, auch Straffamilie genannt. Dort gab es auch einen Karzer mit Glasbausteinen als Fenster. In der Ruine der Druckerei befand sich im Keller der Schweinestall, und darüber hatten die Handwerker ihre Werkstätten.

Für die Reparaturen an diesen Häusern wurden Ziegelsteine benötigt, die wir aus den Ruinen herausholten. Wenn Unterrichtsstunden ausfielen, holten wir uns vom Vogt einen Maurerhammer, putzten den alten Kalkmörtel ab und setzten die Steine zu Haufen von 100 Stück auf, die der Vogt dann kontrollierte. Dafür gab es einen Fernsehgutschein, sonst mussten wir für die Teilnahme am frisch eingeführten Fernsehen nach dem Abendessen 10 Pfennig bezahlen, soweit wir überhaupt Zeit dazu hatten. Es gab nur den einen abschließbaren Fernsehapparat im Sievekingssaal für die ganze Anstalt mit 220 Jungen und 60 Diakonenschülern.

 

Die Erziehung im Rauhen Haus beruhte auf dem von Wichern begründeten Familienprinzip, wobei jeweils zwei Diakonenschüler je nach Größe der Räume etwa acht bis zwölf Jungen betreuten. Der Familienleiter war meistens schon ein oder mehrere Jahre in der Erziehungsarbeit tätig und stellte die väterliche Autorität dar. Der Familiengehilfe sollte mehr ausgleichend und mütterlich wirken. Er durfte nichts ohne Einverständnis des Familienleiters unternehmen und konnte bei Bedarf auch zu anderen Arbeiten herangezogen werden. So hatte ich als Gehilfe im Haus Kastanie auch noch die beiden Koksheizungen von Kastanie und Schönburg zu versorgen. Wenn Werbebriefe an den Freundeskreis des Rauhen Hauses verschickt werden sollten, saßen wir abends im Haus Tanne und falteten die Bettelbriefe. Dabei durften zur Auflockerung auch die Haustöchter mithelfen, und es wurde viel gesungen.

Unser „Studientag“ sah etwa folgendermaßen aus: Um 6 Uhr wurden die Jungen geweckt. Wir schliefen mit ihnen gemeinsam in einem Zimmer in Doppelstockbetten, immer das Schlüsselbund unter dem Kopfkissen. Anschließend mussten wir die Jungen beim Waschen im Waschraum beaufsichtigen und sie danach geschlossen zum Frühstück im Speisesaal der alten Schule begleiten. Wenn die Jungen sich alle auf den Schulweg gemacht hatten, versammelten wir Diakonenschüler uns um 8 Uhr bei Brüder Füßinger in seinem Büro im Haus Tanne zum „Pädagogischen Praktikum“, in dem die täglich anfallenden Erziehungsprobleme besprochen wurden. Um 9 Uhr begann der Unterricht. Wir waren in unserer Klasse D II 1955 zu Anfang 12 Diakonenschüler, zum Examen in der D I 1959 nur noch 9. Um 12 Uhr war der Unterricht beendet, und wir mussten in die Familien, um die aus der Schule heimkehrenden Jungen in Empfang zu nehmen. Waren alle zusammen, gingen wir mit ihnen in den Speisesaal zum Mittagessen. Nachmittags mussten wir die Jungen bei den Schularbeiten beaufsichtigen. Da wir immer mehrere Gymnasiasten in unserer Familie hatten, kamen mir meine Englisch- und Lateinkenntnisse sehr zugute. Nach der Kaffeepause konnten die Jungen je nach Interessen auf dem Hof vor dem Hause Ball spielen oder bei schlechtem Wetter drinnen basteln. Ich habe in der Stadt Mosaiksteine besorgt, mit denen sie die damals beliebten Blumentische als Weihnachtsgeschenke für die Eltern bauten. Auch Blumenampeln aus Bast, Peddigrohr oder Bambus waren als Bastelei sehr begehrt. Abends konnten die Jungen noch lesen oder für 10 Pfennig zum Fernsehen gehen. Im Sommer sind wir ins Schwimmbad Horner Moor gegangen oder haben auf der Autobahnbrücke die Autotypen gezählt. Am Sonntag gingen wir zu Fuß in unterschiedliche Hamburger Kirchen, besonders gerne in den Michel, wenn dort Professor Helmut Thielicke oder Bischof Herntrich predigten. Mit Bruder Will, meinem Familienleiter, habe ich mich gut verstanden. Er hatte seine Freundin in Island und auch Verständnis, wenn Ilse mal zu Besuch kam. In die Anstalt durfte sie ja nicht, und sie wartete dann in „Wicherns Eck“, einer Kneipe am Rhiems-Weg. Wir hatten uns vorgenommen, später mal ein Heim zu leiten, und so war sie ins Diakonissenmutterhaus nach Rothenburg gegangen, um dort die Großküche zu lernen. Manchmal fuhr ich auch nach Harburg, wo wir uns auf dem Bahnhof trafen, weil sie dort umsteigen musste, wenn sie nach Hause fuhr. Selten hatte ich mal einen freien Sonntag, an dem wir in Planten un Blomen oder an der Alster spazieren gehen konnten. Einige Wochen war Bruder Lothar Schulz krank, der damals Hausbruder war. Da musste ich dann die Koksheizungen der Häuser Tanne, Goldener Boden und Bienenkorb neben meinen beiden Heizungen auch noch mit versorgen. Besonders hart war der Bienenkorb an Waschtagen. Da musste ich oft vom Unterricht fortlaufen und Koks nachschaufeln.

Der Unterricht begann mit schulwissenschaftlichen, also allgemeinbildenden Fächern, da wir auch einige Brüder mit Volksschulabschluss unter uns hatten. Das Examen nannten wir Schwachbegabtenabitur. Es war Voraussetzung zur Zulassung für das spätere staatliche Wohlfahrtspflegerexamen. An manchen Abenden hatten wir auch „Benimmunterricht“ nach Knigge, bei dem uns Tanzlehrer Wendt auf Pastor Donndorfs Initiative bürgerliche Umgangformen beibrachte. Die richtige Anrede etwa im Verkehr mit Vertretern des Hochadels war wichtig für uns, da einige dieser Spezies ihre Sprösslinge im Rauhen Haus erziehen ließen. Fräulein Esmarch, die Sekretärin Pastor Donndorfs, brachte uns das Zehnfingersystem auf der Schreibmaschine bei. Bei mir hatte sie damit wenig Erfolg, denn bis heute schreibe ich nach dem Adler-Sytem: Kreisen, spähen, zuschlagen, einige nennen es auch Palästinensersystem: Jeden Tag ein Anschlag. Einmal in der Woche kam Bruder Maaz, der Posaunenwart, und bemühte sich, uns das Tröten beizubringen. Meine Eltern hatten mir in der DDR eine Trompete besorgt. Aber ich galt bald als hoffnungsloser Fall und Bruder Maaz meinte zu mir: „Mach, dass du wegkommst, du hast von Tuten und Blasen keine Ahnung!“ Ich habe dann meine Trompete verscherbelt und mir für das Geld eine Schreibmaschine gekauft. Den theologischen Unterricht hielt ich im Gegensatz zu anderen Mitbrüdern nicht für besonders ergiebig. Er wurde den beiden theologisch-diakonischen Klassen von Hamburger Pastoren in den Fächern Altes (Kreye, Hamm) und Neues Testament (Alfred Krüger, Dulsberg), Ethik (Krüger), Dogmatik (Gregor Steffen, Eilbek), Kirchengeschichte (Büttner, RH) erteilt. Der Unterricht im Fach Wortverkündigung bei Pastor Donndorf fiel häufig aus, da er immer wieder zu wichtigen Terminen außerhalb des Rauhen Hauses weilte. Bei Fiete Jahnke lernten wir die Geschichte der Inneren Mission kennen. Das Fach Jugendarbeit unterrichtete der frühere Landesjugendpastor und spätere Bischof Dr. Hans-Otto Wölber. Pastor Krüger führte uns auch sehr engagiert in klassische (Goethes Faust) und moderne Literatur (Borchert, Sartre, Anna Seghers, Gilbert Cesbron, Edzard Scharper) ein. Weihnachten bekam ich Urlaub und erstmals eine Aufenthaltsgenehmigung zum Besuch meiner Eltern in Müllrose.

Während des zweiten Unterrichtsjahres blieb mir der Erziehungsdienst im Rauhen Haus erspart, denn Bruder Giering hatte mich für seine Flussschiffergemeinde angefordert. Es war für mich ein schönes Jahr, und ich hatte viele Freiheiten. Die schwimmende Flussschifferkirche war eine alte Munitionsschute, die mit Spenden aus Schweden als kombinierter Kirchen- und Gemeinderaum umgebaut worden war. Der Küster Kuhnert wohnte auf dem Schiff und läutete sonntags die Glocke. Die Kirche lag damals am Marktkanal an der Elbbrücke. Ich machte Schiffsbesuche und half in der Jugendarbeit und beim Kindergottesdienst. Mit der Jungschar baute ich Segelflugmodelle, die wir am Gemeindetag den Eltern vorführten. Abends hatten wir manchmal 70 Jugendliche im Kreis, Jungen und Mädchen gemischt. Da wurde viel gesungen, Geschichten erzählt oder Spiele gemacht. Mit der Jungschar habe ich in den Ferien Fahrten unternommen, und an manchem Sonntag habe ich auch Kindergottesdienst gehalten, wenn Bruder Giering frei hatte und Pastor Suhr predigte. Zur Weihnachtsfeier hatte ich mit der Jugend ein Theaterstück eingeübt.

An den Vormittagen nahm ich im Rauhen Haus am Unterricht der ersten Wohlfahrtspflegerklasse W II teil. Die Fächer vermittelten uns Grundwissen in Rechtskunde, besonders im Familienrecht des BGB, Jugendwohlfahrts- und Jugendstrafrecht, Fürsorgerecht, Gesundheitskunde mit Erster Hilfe, Sozialpolitik, Volkswirtschaft, Psychologie, Pädagogik und Geschichte der Pädagogik. Der Unterricht dieses Jahres machte mir wirklich Spaß. Ostern 1957 kamen wir in die Klasse W I und hatten uns intensiv auf das staatlich beaufsichtigte Examen vorzubereiten. Da wichtige Gesetzesänderungen im Sozialbereich in Vorbereitung waren, mussten wir einige Paragraphen büffeln, die bald überholt sein würden. Unsere Dozenten gaben uns aber ein gutes Rüstzeug für die spätere soziale Arbeit mit auf den Weg. Ab Oktober 1957 absolvieren wir zwei vierteljährige soziale Behördenpraktika. Für die letzten drei Monate vor dem Examen wurden wir von praktischer Arbeit freigestellt, um uns gründlich auf die Prüfung vorbereiten und unsere Jahresarbeit schreiben zu können und bekamen trotzdem unser monatliches Taschengeld in Höhe von 25 DM ausgezahlt.

Neben dem alten Handwerkerhaus war ein schöner Neubau mit Räumen für Erziehungsfamilien und Wohnung für Bruder Potten, den neuen Hausvater, entstanden, das Wichernhaus. Im oberen Stockwerk gab es viele Einzelzimmer, die wir Wohlfahrtspflege-Examenskandidaten beziehen durften. Sie waren aber so eng, dass das Klappbett hochgeklappt werden musste, wenn man zur Tür hinaus wollte. Im Treppenaufgang befand sich ein schönes Mosaik mit dem Motiv „Gott ist Sonne und Schild“ nach dem Hauspsalm des Rauhen Hauses. Im Wichernhaus war auch ein kleiner Versammlungsraum entstanden, in dem ein neues Gemälde Gotthold Donndorfs aufgehängt worden war. An der Decke waren mehrere künstliche Gewölbe gestaltet, daher nannten wir es das Tönnchenzimmer. In diesem Raum feierten wir abends mit unserer Klasse, wenn jemand Geburtstag hatte. Das Geburtstagskind bekam immer einen Napfkuchen vom Rauhen Haus spendiert und öfter schickten die Eltern des Bruders oder seine Freundin einen „Kalten Hund“, einen damals beliebten Kuchen aus Keksen, Palmin und Kakao. Bruder Füßinger kam meistens zu später Stunde von sich aus dazu und zeigte eine ganz andere Seite seines Wesens als die gewohnte Fassade der Autoritätsperson. Wir konnten uns dann recht brüderlich mit ihm unterhalten. Er fragte immer sehr bescheiden: „Kann ich auch ein Stück von dem Mutterkuchen haben?“ Unser Unterricht fand jetzt in den Kellerräumen des neuen Wichernhauses statt.

Nach dem Wohlfahrtspflegerexamen wurde ich wieder in den Erziehungstrott des Rauhen Hauses eingegliedert. Dieses letzte Ausbildungsjahr galt gleichzeitig als Anerkennungsjahr für die staatliche Anerkennung als Wohlfahrtspfleger. Der aus dem englischen Sprachraum übernommene Terminus Sozialarbeiter war damals in Deutschland noch nicht üblich. Ein eventueller Abbruch der Diakonenausbildung nach dem Wohlfahrtspflegerexamen war wegen des Jahrespraktikums ohnehin kaum realisierbar. Ich hatte noch keine eigene Familie bekommen und sollte für einige Wochen einen Familienleiter vertreten. Als ich Bruder Füßinger etwas vorlaut fragte, ob ich dann auch das Familienleiter-Taschengeld bekäme, das waren immerhin 30 DM im Monat, sah er mich ziemlich böse an und entgegnete: „Wenn ich Pastor Donndorf vertrete, bekomme ich auch nicht sein Gehalt. Dann ist das eine Ehre für mich, dass ich es darf.“ ... Soweit ich mich erinnere, hatten wir neun Jungen, fast alle recht umgänglich. Einer kam aus Südamerika und hatte deutsche Großeltern. Sorge machte mir ein Junge aus St. Pauli, der öfter die Schule schwänzte. Ich habe mit ihm gewettet, dass er später nie einen ordentlichen Beruf erlernen würde – und habe die Wetter verloren. Er kam später in Bundeswehruniform zu mir, zeigte mir seinen Bäcker-Gesellenbrief und verlangte seinen Kasten Bier, den ich ihm dann auch bezahlt habe. Schlagen durften wir die Jungen nicht...

Das Rauhe Haus bekam damals noch immer Spenden aus Amerika: Milchpulver, 25 kg-Pakete „Missionskäse“ und gebrauchte Kleidung. Zusammen mit der Blutwurst aus der eigenen Schlachtung auf Brot und mit Kartoffeln gebraten waren das die wichtigsten Bestandteile unserer Ernährung. Da ich den ganzen Tag nur saß, vormittags im Unterricht, nachmittags mit den Jungen bei den Schularbeiten und abends bei unserem eigenen Lernstoff, ging ich ganz schön auseinander. Wenn neue Säcke mit Kleiderspenden kamen, durften die Nichtraucher zuerst in den Spendenkeller und sich gegen eine geringe Gebühr etwas heraussuchen...

Im Jahre 1958 wurde die 125-Jahr-Feier des Rauhen Hauses ganz groß im Wichernsaal begangen. Meine Jungen hatten in einer Theateraufführung eine Szene vorzuführen, in der im ersten Weltkrieg ein Bruder Soldat wird und die Jungen ihn verabschieden.

Inzwischen war Pastor Donndorf nach Vollendung seines 70. Lebensjahres in den Ruhestand gegangen und Propst Prehn aus Husum wurde sein Nachfolger. Er erteilte uns sehr spannenden Unterricht in Kirchengeschichte. Auch Bruder Jahnkes Informationen über die Geschichte der Diakonie interessierten mich. Neben dem Diakonenexamen sollten wir noch die Prüfung als Religionslehrer und Kirchenbuchführer machen. Viele Brüder wollten sich mit dem trockenen Stoff der Kirchengesetze und dem kirchenamtlichen Formularwesen nicht abgeben, aber Bruder Füßinger sagte ganz autoritär: „ Denken Sie auch mal an das Alter, wenn Sie in der Jugendarbeit und als Treppenterrier nicht mehr können, dann haben sie wenigstens einen Stuhl in einem warmen Zimmer.“ Die Dozenten arbeiteten auf Honorarbasis. Etliche spendeten ihr Honorar jedoch dem Rauhen Haus. Zu den humansten Dozenten gehörte „Fiete“ Biehn, Kirchenmusikdirektor am Michel und Glockenbeauftragter der Hamburger Landeskirche, der das Fach Kirchenlied lehrte. Er meinte: „Ich gehöre nicht zu den Dozenten, die meinen, dass mein Unterricht der wichtigste ist. Wenn Sie etwas dringendes zu erledigen haben, können Sie ruhig mal wegbleiben.“ Aus ganz anderem Holz dagegen war Pastor Hennig, Sohn des früheren Anstaltsdirektors, bei dem wir das Fach Liturgie hatten. Er nahm sich sehr wichtig, sein Unterricht war trocken und langweilig und er konnte sagen: „Wenn die Brüder das nicht lernen, was ich aufgebe, werde ich dafür sorgen, dass sie mit der Schubkarre durch die Anstalt fahren.“ Mein größtes Problem war Pastor Gregor Steffen und seine Dogmatikvorlesungen. Da mussten wir büffeln, welcher Kirchenvater welche Meinung über Jesu menschliche und göttliche Existenz hatte. Für ihn war seine Dogmatik der Mittelpunkt der Theologie. Eigentlich sollte unser Diakonenexamen von Landesbischof Volkmar Herntrich, einem persönlichen Freund Wolfgang Prehns, abgenommen werden, aber einige Wochen vorher verunglückte er tödlich, als sein Auto auf der Fahrt nach Berlin auf der Transitstraße auf einen unbeleuchteten sowjetischen Panzer auffuhr. Das war ein herber Schlag für die Hamburger Kirche und auch für Propst Prehn in seinem neuen Amt als Vorsteher des Rauhen Hauses. Zu den ungeschriebenen Gesetzen gehörte auch, dass wir zur Einsegnung als Diakon in der Hammer Kirche im schwarzen Anzug zu erscheinen hatten. Da unser Geld für den Kauf eines solchen nicht reichte, wurden von unserem Taschengeld monatlich 5 DM einbehalten, die wir zum Examen zum Anzugkauf ausgezahlt bekamen. So hatte ich gleich einen Hochzeitsanzug, der mir auch heute noch passt.

1959 ging es Schlag auf Schlag. Am 2. März legten wir das Diakonenexamen ab und am 16. März die Verwaltungsprüfung, alles neben der Erziehungsarbeit. Ich hatte mir beim Tischler zwischendurch schon zwei Bücherregale und einen Musikschrank für Schallplatten gebaut. Als Weihnachtsgeschenk hatte ich für Ilse ein geschnitztes Schmuckkästchen gebastelt und als Hochzeitsgeschenk eine Blumenbank mit Mosaiksteinen. Als Motiv hatte ich eine Gondel als Erinnerung an Venedig und fünf Kreuze für die fünf Jahre, die wir aufeinander warten mussten, eingearbeitet.

Im Gegensatz zu anderen Brüderhäusern, etwa Nazareth/Bethel, galt im Rauhen Haus seit Ende des Ersten Weltkrieges kein Sendungsprinzip mehr. Da das Rauhe Haus jedoch um 1959 sehr viele Anfragen aus ganz Deutschland nach Gemeindediakonen, Heimleitern, Jugend- und Trinkerfürsorgern bekam, sah Propst Prehn es gerne, wenn man sich in die erste Stelle nach der Ausbildung durch das Rauhe Haus vermitteln ließ. Bruder Füßinger war zu der Zeit neben seinen Aufgaben als Inspektor des Rauhen Hauses auch als Brüderältester tätig und hatte große Erfahrungen im Aushandeln von Dienstverträgen.

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